Übersicht zum neuen Lizenzierungsmodell von VMware

Unsere Kunden, die VMware-Produkte haben, fragen oft bei Serverhero nach Informationen zum geänderten Lizenzierungsverfahren von VMware. Der Hintergrund ist, dass VMware im März 2020 eine Änderung seines Lizenzierungspreismodells angekündigt hat, das bei vielen in der Branche zu Verunsicherungen führte:

Update zum VMware-Preismodell „Pro CPU“

Heute kündigten wir eine wichtige Aktualisierung unseres Preismodells „Pro CPU“ an, die unser Engagement widerspiegelt, die Bedürfnisse unserer Kunden in der sich rasch entwickelnden IT-Branche weiterhin zu erfüllen. Dieses neue Preismodell bietet unseren Kunden eine größere Auswahl und es ermöglicht uns, Sie besser zu bedienen.
Wir werden zwar weiterhin einen Pro-CPU-Ansatz verwenden, aber wir benötigen für jedes Softwareangebot, das wir auf einer Pro-CPU-Basis lizenzieren, eine Lizenz für bis zu 32 physische Kerne. Wenn eine CPU mehr als 32 Kerne hat, sind zusätzliche CPU-Lizenzen erforderlich.
Die heutige Ankündigung ist eine Fortsetzung der Bemühungen von VMware, unser Produktangebot an branchenüblichen Preismodellen auszurichten. Die Änderung bringt VMware näher an das aktuelle Softwareindustrie-Standardmodell der kernbasierten Preisgestaltung heran. Dieser Ansatz wird es für Kunden einfacher machen, Softwarelizenzen und Preise zwischen VMware (mit bis zu 32 physischen Kernen pro CPU) und anderen Anbietern (mit Preisen pro Kern) zu vergleichen.
Die Begrenzung auf 32 Kerne ist so ausgelegt, dass die Auswirkungen auf die Kunden angesichts der aktuellen Kerne-Anzahlen für die meisten in der Branche verwendeten CPUs auf ein Minimum reduziert werden. Diese Änderung wird wahrscheinlich keine Auswirkungen auf die Mehrheit unserer derzeitigen Kunden haben, da sie Intel- und AMD-basierte Server verwenden, die an oder unter der 32-Kern-Grenze liegen. Für die wenigen Kunden, die unsere Software derzeit auf CPUs mit mehr als 32 Kernen einsetzen, oder für diejenigen, die planen, physische Server mit mehr als 32 Kernen pro CPU zu erwerben, bieten wir eine Übergangsfrist nach Inkrafttreten der geänderten Lizenzmetrik am 02.04.2020 an. Jeder Kunde, der vor dem 30.04.2020 VMware-Softwarelizenzen für einen physischen Server mit mehr als 32 Kernen pro CPU kauft, hat Anspruch auf zusätzliche kostenlose Lizenzen pro CPU auf diesem Server.

 [Aus dem Englischen übersetzt und editiert (https://www.vmware.com/company/news/updates/cpu-pricing-model-update-feb-2020.html)]

Konkret bedeutet dies:

Statt wie vorher Lizenzen auf Basis der Prozessor-Anzahl zu verkaufen, wechselt VMware zu einem Lizenzierungsmodell auf Basis der Kerne-Anzahl. Das heißt, dass Kunden nun pro 32 physische Kerne eine Lizenz erwerben müssen (gilt nicht für Hyperthreading oder vCPUs).
Theoretisch kommt dies weiterhin einem prozessorbasierten Lizenzansatz gleich, in der Praxis ist es jedoch anders:

Hat ein Kunde z. B. einen Server mit 2 AMD-Epyc-Prozessoren mit je 48 Kernen,
dann erkennt VMware die Rechnung 2 x 48 = 96 ≙ 3 Lizenzen (da 96 : 32 = 3) nicht an.

Der Hersteller rechnet anders:
Pro CPU: 48 Kerne = 32 Kerne (= Lizenzobergrenze) + 16 Kerne 2 Lizenzen pro CPU
--> Das heißt, in dem Beispiel mit zwei Prozessoren mit je 48 Kernen sind insgesamt
2 x 2 Lizenzen = 4 Lizenzen (statt eigentlich nur 3 Lizenzen) erforderlich.

Tool zum Zählen der Prozessorkerne

 

Um den Kunden den Umstieg zu erleichtern, hat VMware parallel zur o.a. Ankündigung ein Tool freigeschaltet, mit dem Kunden die Anzahl ihrer Prozessorkerne gemäß der neuen Lizenzmetrik berechnen können.

Die Anleitung zu diesem Tool befindet sich auf der Website https://kb.vmware.com/s/article/77098, allerdings nur auf Englisch (bzw. Chinesisch und Japanisch), daher haben wir die Anleitung hier ins Deutsche übersetzt und überarbeitet:

 

Details

 

VMware hat ein Tool zur Ermittlung der Anzahl der Lizenzen pro CPU (mit Unterstützung von bis zu 32 physischen Kernen pro CPU) entwickelt, die für bestehende Installationen beim Upgrade auf neue Hauptversionen (Major Releases) von VMware-Produkten erforderlich sind. Dieses Tool ist auch für VMware-Produkte hilfreich, die nach Inkrafttreten des neuen Lizenzmodells erworben werden.

Die Anzahl der für ein Upgrade auf eine neue Hauptversion von vSphere und vSAN erforderlichen CPU-Lizenzen (mit bis zu 32 physischen Kernen pro CPU) kann auf zwei Weisen ermittelt werden:

1. Kleinere Installationen und ESXi-Hosts, die nicht mit einem vCenter-Server verbunden sind:
Zu Host > Hardware > CPU navigieren und Wert „Cores per socket“ (Kerne pro Sockel) überprüfen, um festzustellen, ob der Host mehr als 32 physische Kerne pro CPU hat.

2. Größere Installationen:
VMware hat das Tool PowerCLI entwickelt, das Informationen über die Anzahl der erforderlichen CPU-Lizenzen für jeden mit einem vCenter-Server verbunden Host sammelt und zusammenführt. Das Tool kann von dieser Website heruntergeladen werden: https://kb.vmware.com/s/article/77098
Dazu unter „Attachments“ auf den Link „77098_vSphereCPUSocketToCoreUsage“ klicken.


Download-Seite des Tools PowerCLI (VMware)

 

Verwendung des Tools

 

1. Nach dem Herunterladen muss diese .zip-Datei entpackt und anschließend das entpackte Programm wie gewöhnlich installiert werden:

2. Um das Tool verwenden zu können, muss mindestens VMware PowerCLI 10.x (oder eine höhere Version) installiert sein.

3. Verbindung zum vCenter-Server herstellen.

Connect-VIServer -Server vCenter_Server

4. PowerCLI-Funktion importieren:

Import-Module .\vSphereCPUSocketToCoreUsage.psm1

5. Die Funktion Get-vSphereCPUSocketToCoreUsage ausführen, um die Ergebnisse abzurufen. Standardmäßig prüft das Skript alle vSphere-Cluster.


Die Funktion Get-vSphereCPUSocketToCoreUsage (VMware)

Bedeutung:

--> CPU_LICENSE_COUNT:
Die CPU-Anzahl gemäß der alten Lizenzierungsmethode

--> CORE_LIMITED_CPU_LICENSE_COUNT:
Die CPU-Anzahl der gemäß der neuen Lizenzierungsmethode

WENN:
CPU_LICENSE_COUNT = LIMITED_CPU_CORE_LICENSE_COUNT
DANN:
Lizenzierung muss nicht geändert werden.

WENN:
CPU_LICENSE_COUNT > LIMITED_CPU_CORE_LICENSE_COUNT
DANN:
Lizenzierung muss geändert werden.

6. Um einen bestimmten vSphere-Cluster anzugeben, kann die Option -ClusterName verwendet werden:

Get-vSphereCPUSocketToCoreUsage -ClusterName Cluster_Name

7. Um die Ergebnisse in eine CSV-Datei auszugeben, kann die Option -Csv verwendet werden:

Get-vSphereCPUSocketToCoreUsage -Csv

8. Um die CSV-Datei zu benennen, kann die Option -Filename verwendet werden:

Get-vSphereCPUSocketToCoreUsage -Csv -Filename name.csv

 

Die Anzahl der physischen Kerne gemäß dem neuen Lizenzierungsmodell ist nun bekannt!

 

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