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Serverhero Case Study

Neue Leitwarte mit souveräner IT-Infrastruktur

Neue Leitwarte mit souveräner IT-Infrastruktur

Ausgangslage:
Der digitale Grundstein für ein neues zentrales Kontrollzentrum

Wer Hunderte von Standorten gleichzeitig steuert – Reinigung, Sicherheit, Catering, Flughafenservices – braucht mehr als gute Prozesse. Er braucht ein Nervenzentrum, das nicht schläft. Ein internationaler Multiservice-Dienstleister mit über 1.000 Mitarbeitern beschloss, genau das aufzubauen: eine neue, vollständig eigenständige Leitwarte, verankert in zwei redundant ausgelegten Rechenzentren. Keine Migration eines Altsystems, keine schrittweise Erweiterung – sondern ein Neubau auf der grünen Wiese, mit allem, was dazugehört: Compute, Backup, Storage, Tape, Netzwerk. Der Anspruch war hoch. Die Rahmenbedingungen noch höher.

Die Herausforderung:
Digitale Souveränität trifft auf globale Lieferketten

Der erste Knackpunkt war kein technischer. Er war ein regulatorischer – und er hatte unmittelbare Konsequenzen für den gesamten Beschaffungsprozess. Interne Compliance-Vorgaben schrieben fest, dass die eingesetzte Hardware nicht aus Drittländern wie den USA oder China stammen durfte. Auf den ersten Blick klingt das nach einer formalen Anforderung. In der Praxis bedeutete es: Nahezu der gesamte Markt der etablierten Serverhersteller schied von vornherein aus.

Und genau das war der eigentliche Hebel. Ein Anbieter namens Terra brachte sich mit dem Argument „Made in Germany" ins Spiel. Doch bei näherer Betrachtung zeigte sich, was im Markt kein Geheimnis ist: Montiert wird mancherorts in Deutschland – die Komponenten selbst kommen trotzdem aus den USA oder China. Für eine Organisation, die digitale Souveränität nicht als Marketingbegriff, sondern als operative Leitlinie versteht, war das keine echte Alternative.

Gleichzeitig lief die Uhr. Die Anfrage kam Mitte Februar. Anfang Juni sollten beide Rechenzentrumsstandorte beliefert sein. Knapp vier Monate für die Konfiguration, Beschaffung und termingerechte Lieferung von 18 Servern – in ein Projekt, bei dem einer der beiden RZ-Standorte zum Zeitpunkt des Auftragsbeginns noch gar nicht fertig gebaut war. Mehrfache Wechsel des Ansprechpartners auf Herstellerseite kamen erschwerend hinzu. Kurzum: Das Projekt verlangte nicht nur die richtige Hardware, sondern auch die richtigen Partner.

Die Lösungsarchitektur:
Ein japanisches Fundament für höchste Ansprüche

Die Antwort auf die Compliance-Anforderung war zugleich die technisch überzeugendste Option: Fujitsu – genauer: Fujitsu Technology Solutions (FSAS) und einem tiefen Presales-Ökosystem. Serverhero initiierte und moderierte mehrere strukturierte Teams-Calls mit dem Kunden, dem externen Dienstleister und dem Fujitsu-Presales-Team, um die Konfiguration iterativ und präzise auf die konkreten Anforderungen der Leitwarte abzustimmen. Kein Standardangebot von der Stange – sondern eine Lösung, die in direkter Abstimmung entstand.

Das Herzstück des neuen Rechenzentrums bildet der Fujitsu PRIMERGY RX4770 M7. Dieser 3U-Quad-Socket-Server ist auf genau die Art von Workloads ausgelegt, die in einer Leitwarten-Umgebung entstehen: speicherintensive Anwendungen, großskalige Virtualisierung, parallele Prozesse mit harten Verfügbarkeitsanforderungen. Mit bis zu 16 TB DDR5-Speicherkapazität bei 4.800 MT/s und PCIe Gen5 für den I/O-Durchsatz ist die Plattform nicht auf das Heute dimensioniert, sondern hat echten Spielraum für morgen. Für die Leitwarte wurden insgesamt zwölf dieser Systeme in zwei Standortkonfigurationen eingesetzt – an einem Standort zusätzlich mit NVIDIA L4-GPUs in Low-Profile-Bauform, die eine GPU-beschleunigte Visualisierung direkt in der Serverarchitektur verankern, ohne zusätzliche externe Infrastruktur zu erfordern.

Der eigentliche Hebel jedoch war die Kombination: Für die DMZ-Segmente, die zwischen der Außenwelt und dem Kern der Leitwarten-Infrastruktur vermitteln, wurden sechs Fujitsu PRIMERGY RX2540 M7 eingesetzt. Diese 2U-Dual-Socket-Server bringen die nötige Netzwerkdichte – 25-GbE-Konnektivität über mehrere NICs – und die Agilität einer kompakten Plattform mit, ohne Abstriche bei der Zuverlässigkeit. Die gesamte Infrastruktur ist über das iRMC S6 Management-System mit eLCM-Aktivierung zentral steuerbar – und durch 5-Jahres-Vor-Ort-Support mit 24x7-Verfügbarkeit und 4-Stunden-Wiederherstellungszeit in ein verlässliches SLA eingebettet.

Dass Serverhero am Ende den Wettbewerb gegen Terra für sich entschied, war kein Zufall. Es war das Ergebnis einer sachlichen, faktenbasierten Argumentation: echter europäischer Komponentenursprung, überlegener Herstellersupport durch FSAS und eine Konfigurationstiefe, die ein reines Produktangebot nicht leisten kann.

Potenzieller Business Value:
Das Potenzial für operative Exzellenz und Service-Sicherheit

Was mit der Lieferung von 18 Servern abgeschlossen wurde, ist in Wirklichkeit erst der Beginn. Das Neue Rechenzentrum ist die Plattform, auf der die Leitwarte des Unternehmens künftig operieren wird – und die Qualität dieser Plattform entscheidet darüber, wie verlässlich, wie schnell und wie souverän diese Operationen sein können.

Für das IT-Team bedeutet die neue Infrastruktur vor allem Kontrolle. Die zentrale Verwaltbarkeit über das integrierte Management-System erlaubt es, Serverressourcen, Systemzustände und Diagnosen aus einer einzigen Oberfläche zu überwachen – proaktiv statt reaktiv. Statt auf Störmeldungen zu warten, entsteht die Möglichkeit, potenzielle Engpässe zu erkennen, bevor sie zu Ausfällen werden. Das ist der Unterschied zwischen einer IT, die hinter den Anforderungen herhechtet, und einer IT, die den Betrieb aktiv steuert.

Für die operativen Nutzer der Leitwarte selbst – die Disponenten, Koordinatoren und Serviceteams – schafft die neue Rechenleistung etwas, das sich schwer in Zahlen fassen lässt, aber im Arbeitsalltag sofort spürbar ist: Reaktionsfähigkeit. Systeme, die unter Last nicht ins Stocken geraten. Visualisierungen, die in Echtzeit reagieren. Prozesse, die auch in Spitzenlastzeiten nicht bremsen.

Und auf strategischer Ebene ist das Fundament gelegt für eine Unabhängigkeit, die das Unternehmen aktiv angestrebt hat. Die Leitwarte läuft auf Hardware, deren Herkunft den eigenen Compliance-Standards entspricht – ohne Kompromisse bei Leistung oder Skalierbarkeit. Das ist keine bloß formale Compliance-Übung. Es ist die Grundlage für ein Rechenzentrum, das mit den Anforderungen des Unternehmens wachsen kann, ohne dabei die eigenen Werte aufzugeben. Mit dem bereits signalisierten Interesse des externen Dienstleisters an weiteren Projekten dieser Art zeichnet sich ab: Was als einmaliges Vorhaben begann, könnte der Auftakt einer längeren Partnerschaft sein.

Die neue Infrastruktur bietet die Souveränität, die Leitwarte langfristig auf einem Fundament zu betreiben, das den Compliance-Anforderungen entspricht – und gleichzeitig die Freiheit lässt, die Plattform für künftige Anforderungen weiterzuentwickeln.

Nina Versick
Nina Versick IT-Projektleiterin, Serverhero GmbH

Fazit:
Eine strategische Partnerschaft für digitale Resilienz

Dieses Projekt war mehr als eine Hardware-Beschaffung. Es war die Umsetzung einer Überzeugung: dass digitale Souveränität kein Widerspruch zu technischer Leistungsfähigkeit ist. Serverhero hat den Nachweis dafür geliefert – nicht durch ein Standardangebot, sondern durch enge Beratung, belastbare Herstellerbeziehungen zu Fujitsu und einen Lieferprozess, der trotz engem Zeitfenster, wechselnden Standortbedingungen und Ansprechpartnerwechseln auf Herstellerseite reibungslos funktioniert hat. Bis hin zur Abholung und Entsorgung der Serververpackungen vor Ort. Das Ergebnis: eine neue Leitwarte, die auf einem Fundament steht, das für die Anforderungen von heute - und von morgen – ausgelegt ist.

Lösungen im Detail

Hardware

  • 18× Fujitsu PRIMERGY RX2540 M7

  • 2× Fujitsu ETERNUS HB5200

  • Fujitsu ETERNUS LT20 S2 Tape Library 

Software

  • Fujitsu iRMC S6

  • NetApp SANtricity OS

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