Cloud geprüft, eigene Plattform gebaut
Wer Kanalisation baut oder Leerrohre für Glasfaser verlegt, arbeitet an Dingen, die lange liegen bleiben. Die P.V. Betonfertigteilwerke GmbH mit Sitz in Hanau entwickelt und produziert genau das: Rohre und Schächte für die Abwasserentsorgung, Kabelschächte für den Ausbau der digitalen Infrastruktur und Sonderbauteile für den Tief- und Hochbau. Für die zentrale IT stand eine Neuaufstellung an – und mit ihr die Grundsatzfrage: eigener Betrieb oder Cloud.
Ein Hersteller, dessen Produkte Jahrzehnte halten sollen
Das Unternehmen gehört zur P.V. Gruppe, die seit ihrer Gründung 1985 in Hanau auf 16 Werke in Deutschland, Polen und Ungarn gewachsen ist und familiengeführt bleibt. Produziert wird bewusst in Kundennähe, weil sich Beton schlecht über weite Strecken transportieren lässt.
Für die zentrale IT stand eine Neuaufstellung an, und die reichte über den Austausch alter gegen neue Geräte hinaus. Zur Entscheidung stand die Betriebsform der nächsten Jahre. Zu klären war, wie Rechenleistung, Speicherkapazität und Netzwerkbandbreite künftig zusammenspielen sollten und wo diese Leistung überhaupt erbracht wird.
Erst die Grundsatzfrage, dann die Hardware
In der Bestandsumgebung stieß die Hardware an ihre Grenzen. Sie war über die Jahre ausgereizt, neue Systeme ließen sich nur noch mit Mühe unterbringen, und für Wachstum fehlte der Spielraum. Damit war klar, dass die Umgebung erneuert werden musste. Offen war nur, worin investiert wird.
P.V. prüfte den Weg in die Cloud ernsthaft. Beide Modelle binden ein Unternehmen für Jahre, und beide haben ihren Preis: die Cloud über den laufenden Betrieb, die eigene Plattform über die Investition. Dazu kam die Frage, wie viel Kontrolle über Betrieb und Datenhaltung im Haus bleiben soll. Eine geplante Hardwarelösung musste deshalb zweierlei leisten: technisch überzeugen und der Cloud-Rechnung standhalten.
Diese offene Frage zog die Entscheidung in die Länge. Über ein Jahr lag das Vorhaben auf dem Tisch, zwischenzeitlich sah es nach der Cloud aus. Der Markt machte es nicht leichter, mit anziehenden Preisen und Lieferzeiten, die sich schlecht planen ließen. Serverhero blieb in dieser Zeit Ansprechpartner, ohne auf einen schnellen Abschluss zu drängen.
Zwei Server und ein gemeinsamer Speicher
Die Wahl fiel auf zwei Zwei-Sockel-Rackserver von Fsas Technologies mit Prozessoren der Intel-Xeon-6-Generation mit P-Cores. Diese Prozessorlinie ist nach Angaben des Herstellers auf hohe Leistung je Kern bei niedriger Latenz ausgelegt und damit auf Virtualisierung und speichernahe Lasten.

Beim Arbeitsspeicher hat Serverhero bewusst großzügig geplant. In einer Umgebung mit zwei Hosts muss jeder von beiden im Ausfallfall die Maschinen des anderen mit übernehmen können. Wer hier knapp plant, hat im Normalbetrieb genug Reserve und im Ernstfall keine. Dazu kommt der Spielraum für weitere virtuelle Maschinen, den die alte Umgebung nicht mehr hergab.
Die Daten liegen zentral auf einem All-Flash-System von HPE. Zwei Server und ein gemeinsamer Datenspeicher sind das übliche Grundmuster für Hochverfügbarkeit. Fällt ein Host aus, greift der zweite auf denselben Datenbestand zu, und laufende Systeme lassen sich zwischen den Knoten verschieben, ohne sie herunterzufahren. Die Hardware schafft dafür die Voraussetzung. Wie ein Failover im Einzelnen abläuft, entscheidet die darüber liegende Virtualisierungsschicht.
Eine Einschränkung gehört dazu. Ein solcher Aufbau fängt den Ausfall von Hardware auf. Gegen versehentliches Löschen und gegen einen Verschlüsselungsangriff hilft er nicht, dafür braucht es eine Datensicherung, die getrennt davon läuft.
Verbunden sind Server und Speicher über eine durchgängige 25-Gbit-iSCSI-Anbindung. In einer Umgebung mit Flash-Laufwerken wird selten die Rechenleistung zum Engpass, eher die Strecke dazwischen. Viele virtuelle Maschinen greifen gleichzeitig auf denselben Speicher zu, und ihre Anfragen stauen sich im Pfad. Eine breitere Anbindung nimmt diesen Druck heraus, und Migrationen zwischen den Hosts laufen zügiger ab.
Serverheros Aufgabe war das Sizing der gesamten Umgebung und die Abstimmung zwischen den beiden Herstellerwelten, damit Server und Speicher am Ende als eine Lösung zusammenarbeiten. Dazu kamen Beschaffung, Aufbau der Systeme und Logistik.
Was die neue Basis möglich macht
Die Inhouse-IT arbeitet jetzt mit einer Umgebung, die sich zentral planen lässt, statt einzelne Systeme mit knappen Reserven am Laufen zu halten. Ressourcen liegen an einer Stelle und lassen sich von dort verteilen. Damit ist die Grundlage für einen hochverfügbaren Betrieb gelegt, in dem der Ausfall eines Hosts aufgefangen werden kann.
Für die Anwender zählt vor allem, wie schnell die Fachanwendungen antworten. Eine Plattform mit Flash-Speicher und breiter Anbindung ist die Voraussetzung dafür, dass Zugriffe zügig beantwortet werden, auch wenn viele Nutzer gleichzeitig arbeiten.
Auf Unternehmensebene bleibt die Entscheidung über Betrieb, Zugriffe und Datenhaltung im eigenen Haus. Das war für P.V. das ausschlaggebende Argument. Die bemessenen Reserven geben der IT-Planung außerdem einen Horizont, in dem Wachstum ohne erneute Grundsatzentscheidung möglich ist.
Fazit
Am Ende einer langen Abwägung stand keine Verlegenheitslösung. Die P.V. Betonfertigteilwerke GmbH hat die Cloud geprüft und sich bewusst für eine eigene Plattform entschieden, weil Kontrolle und Planbarkeit hier schwerer wogen. Serverhero hat den Kunden über die gesamte Entscheidungsphase als herstellerunabhängiger Berater begleitet, die Auslegung erstellt und zwei Herstellerwelten zu einer Lösung zusammengeführt.
Mit der neuen Plattform bleibt die Kontrolle über Betrieb und Daten im Haus und die IT hat wieder Reserven für die kommenden Jahre.
Lösungen im Detail
Hardware
- 2 × Rackserver Fsas Technologies, Zwei-Sockel
- Prozessoren: Intel Xeon 6 mit P-Cores
- Hohe Arbeitsspeicher-Bestückung, ausgelegt auf Lastübernahme im Ausfallfall
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