Virtual Appliances
Die Firewall als virtuelle Maschine
Die vFirewall ist dieselbe R&S Unified Firewall wie die Appliance – nur als virtuelle Maschine auf Ihrem Hypervisor. Funktionsumfang, Oberfläche und Betriebssystem LCOS FX sind identisch.
Sinnvoll ist das dort, wo ohnehin virtualisiert wird: im Rechenzentrum, in der Zentrale, bei Dienstleistern mit mehreren Mandanten. Sie sparen Beschaffung, Rackplatz und Stromanschluss – und können die Firewall im Cluster verschieben wie jede andere VM.
Lizenziert wird nach Größe (S bis XL) und Umfang (Basic oder Full), mit Laufzeiten von einem, drei oder fünf Jahren.
Staffelung
Vier Größen, zwei Umfänge
Die Größe bestimmt, wie viel Verkehr die Instanz verarbeitet; der Umfang, welche Schutzfunktionen freigeschaltet sind.
| Lizenz | Typischer Einsatz | Basic | Full |
|---|---|---|---|
| vFirewall-S | kleiner Standort, Testumgebung, einzelne Zone |
Paketfilter, VPN, Grundfunktionen |
zusätzlich Web-, Mail- und Anwendungsfilter |
| vFirewall-M | mittlerer Standort, mehrere Zonen |
wie S, höherer Durchsatz |
wie S mit Inhaltsprüfung |
| vFirewall-L | Zentrale, viele Tunnel und Zonen |
wie M, höherer Durchsatz |
wie M mit Inhaltsprüfung |
| vFirewall-XL | Rechenzentrum, Mandantenbetrieb |
höchste Stufe |
höchste Stufe mit Inhaltsprüfung |
Jede Kombination gibt es mit 1, 3 oder 5 Jahren Laufzeit. Nach Ablauf stellt die Instanz den Betrieb ein – die Verlängerung gehört in die Betriebsplanung. Hardware-Alternativen finden Sie unter Hardware Firewalls.
Auslegung
Vier Fragen vor der Lizenz
Basic oder Full?
Basic reicht, wenn die Firewall Netze trennt und VPN terminiert. Full brauchen Sie für Application Control, Web- und Mailfilter sowie IDS/IPS – also für alles, was Inhalte prüft. Der Unterschied ist der Grund, warum man eine Unified Firewall statt eines Paketfilters einsetzt.
Welche Größe?
Maßgeblich ist der Durchsatz mit eingeschalteten Funktionen, nicht die Nutzerzahl. Weil die Instanz mit dem Host skaliert, ist der Sprung eine Stufe höher meist günstiger als bei Hardware – aber die Lizenz bleibt der Deckel.
Passt die Umgebung?
Die vFirewall braucht zugewiesene CPU-Kerne, RAM und Netzwerkkarten, die durchgereicht werden können. Auf einem ohnehin ausgelasteten Host verliert sie – dann ist eine Appliance die ruhigere Wahl.
Und wenn der Host ausfällt?
Dann ist auch die Firewall weg – anders als bei einem eigenständigen Gerät. In einem Cluster mit Live-Migration ist das beherrschbar, auf einem Einzelhost nicht. Wer den Internetzugang eines Standorts virtualisiert, sollte diese Frage vorher beantworten.
FAQ
Häufige Fragen zur vFirewall
Funktional ja – dieselbe Software, dieselbe Oberfläche. Der Unterschied liegt in der Leistung, die vom Host kommt, und in der Ausfallbetrachtung: Eine Appliance hängt an ihrem eigenen Netzteil, eine VM am Schicksal des Hosts.
Auf den gängigen Plattformen für Servervirtualisierung. Welche Versionen aktuell freigegeben sind, hängt am LCOS-FX-Stand – wir prüfen das vor der Bestellung für Ihre Umgebung.
Das ist ein Lizenzwechsel, kein Neuaufbau – die Konfiguration bleibt. Sprechen Sie uns an, wenn sich der Bedarf während der Laufzeit ändert; wir klären die kaufmännische Seite mit dem Hersteller.
Die Instanz stellt den Betrieb ein. Das ist der wesentliche Unterschied zur Hardware, die nach Garantieende einfach weiterläuft. Planen Sie die Verlängerung wie einen Wartungsvertrag ein.