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Lenovo ThinkSystem Storage DE, DM und DG im Vergleich

Lenovo ThinkSystem Storage DE, DM und DG im Vergleich

Lenovo ThinkSystem Storage ist Lenovos Portfolio für Enterprise-Speicher im Rechenzentrum. Im Zentrum stehen drei Serien: die DE-Serie für klassischen Block-/SAN-Storage, die DM-Serie als Unified-Storage für Datei- und Block-Workloads und die DG-Serie als kapazitätsoptimierten All-Flash-Speicher. Welche Serie zum Einsatz passt, hängt von Workload, Protokoll, Performance- und Kapazitätsbedarf ab, nicht vom Modellnamen allein. Dieser Artikel ordnet das Portfolio, stellt die Serien direkt gegenüber, erklärt die Storage-Grundlagen dahinter und zeigt, wie Sie das passende System auswählen.

Was ist Lenovo ThinkSystem Storage?

Lenovo ThinkSystem Storage bezeichnet die Speichersysteme, die Lenovo unter der Marke ThinkSystem für den professionellen Rechenzentrumsbetrieb anbietet. Gemeint sind externe Storage-Arrays, die zentralen Speicher für Server, Virtualisierung, Datenbanken und Backups bereitstellen. Nicht gemeint ist der interne Speicher (RAID-Controller, SSDs) einzelner Server, und auch keine klassischen Consumer- oder Homelab-NAS-Geräte.

Das Portfolio ist nach Anwendungsschwerpunkt gegliedert. Im Fokus dieses Vergleichs stehen drei Serien: die DE-Serie als reiner Block-Speicher für den Anschluss per SAN (Storage Area Network), die DM-Serie als Unified-Storage, der Datei- und Block-Zugriff in einem System vereint, und die DG-Serie als All-Flash-Speicher mit hoher Kapazitätsdichte auf Basis von QLC-Flash. Daneben führt Lenovo die DS-Serie als block-fokussierte All-Flash-Linie – Achtung: Den Namen „DS" gibt es doppelt (eine ältere und eine neue Generation), dazu unten mehr. Hinzu kommen Erweiterungseinheiten (Expansion Enclosures), mit denen sich die Kapazität der Arrays über zusätzliche Laufwerkseinschübe vergrößern lässt.

Technisch sind die aktuellen Serien keine Lenovo-Eigenentwicklung, sondern OEM-Systeme aus der globalen Partnerschaft zwischen Lenovo und NetApp (angekündigt 2018). NetApp liefert die Hardware-Plattform und die Storage-Software, Lenovo vertreibt die Systeme unter eigener Marke mit eigenem Service; daneben besteht ein separates Joint Venture für den chinesischen Markt. Konkret heißt das: Die DE-Serie nutzt die SANtricity-Software aus NetApps E-Series, die DM-Serie das Storage-Betriebssystem ONTAP aus NetApps FAS/AFF-Linie und die DG-Serie das ONTAP-basierte QLC-Pendant zu NetApps AFF C-Series. Für die Auswahl ist das wichtig, weil sich daraus die Verwaltung und der Funktionsumfang ergeben.

Kurz gefasst

Was ist es? Lenovos Enterprise-Storage-Portfolio (ThinkSystem) für Rechenzentren; dieser Vergleich behandelt die Serien DE, DM und DG
DE-Serie Block-/SAN-Storage (FC, iSCSI, SAS), Hybrid und All-Flash. Preis-Leistungs-orientiert
DM-Serie Unified Storage (Datei + Block), Hybrid und All-Flash, End-to-End-NVMe möglich
DG-Serie All-Flash mit QLC-Technik, hohe Kapazitätsdichte, Datei/Block/Objekt
Technik-Basis DE läuft auf SANtricity (ThinkSystem System Manager), DM und DG auf ONTAP, beides aus der Lenovo-NetApp-Partnerschaft
Auswahl-Logik Block oder Unified? Hybrid oder All-Flash? Kapazität oder Latenz? Danach richtet sich die Serie
Verwaltung ThinkSystem System Manager (DE) bzw. ThinkSystem Storage Manager/ONTAP (DM, DG), dazu Lenovo XClarity fürs Hardware-Monitoring

Das ThinkSystem-Storage-Portfolio: DE, DM und DG im Überblick

DE-Serie: Block-Storage für SAN-Umgebungen

Die DE-Serie ist Lenovos Linie für Block-Storage, der über ein Storage Area Network angebunden wird. Sie unterstützt die SAN-Protokolle Fibre Channel und iSCSI sowie SAS, die High-End-Modelle (DE6400/DE6600) zusätzlich NVMe over Fabrics, und stellt den Servern Speicher als Block-Geräte (LUNs) bereit, die sich wie eine lokale Festplatte ansprechen lassen. Verwaltet wird sie über den ThinkSystem System Manager auf Basis der SANtricity-Software.

Die DE-Serie gibt es in zwei Ausprägungen: Hybrid (Kennung „H", Kombination aus Flash und klassischen Festplatten) und All-Flash (Kennung „F", ausschließlich SSDs). Sie deckt vom Einstieg bis zur leistungsstarken Mittelklasse ein breites Spektrum ab und gilt als preis-leistungs-orientierte Linie. Typische Felder sind Videoüberwachung, Backup-Ziele, Analytics-Workloads und technisches Computing, wo viel durchsatzstarke Kapazität gefragt ist.

DM-Serie: Unified Storage für Datei und Block

Die DM-Serie ist Unified Storage: Ein einziges System bedient sowohl Datei-Workloads (NFS, SMB/CIFS, also NAS) als auch Block-Workloads (FC, iSCSI, NVMe, also SAN), dazu Objekt-Storage über ONTAP S3. Damit lassen sich gemischte Anforderungen konsolidieren, statt getrennte Systeme für Datei- und Blockzugriff zu betreiben. Grundlage ist das Betriebssystem ONTAP, das ein umfangreiches Datenmanagement mitbringt: platzsparende Snapshots, Replikation zwischen Systemen, Deduplizierung und Kompression sowie Anbindung an Hybrid-Cloud-Szenarien.

Auch die DM-Serie gibt es als Hybrid- („H") und All-Flash-Variante („F"). Die Flash-Modelle unterstützen durchgängiges NVMe für niedrige Latenz. Typische Einsatzfelder sind Server-Virtualisierung, Datenbanken und die Konsolidierung von Datei- und Block-Diensten in einem System.

DG-Serie: All-Flash mit QLC-Kapazität

Die DG-Serie ist Lenovos All-Flash-Linie mit QLC-Flash (Quad-Level-Cell). QLC speichert vier Bit pro Speicherzelle und erreicht dadurch eine hohe Kapazitätsdichte zu geringeren Kosten je Terabyte als herkömmlicher Flash, bei deutlich besserer Performance und niedrigerem Energiebedarf als Festplatten. Damit zielt die DG-Serie auf kapazitätsintensive, lese-lastige Workloads wie KI/Analytics, Data Lakes oder ERP.

Wie die DM-Serie läuft die DG-Serie auf ONTAP und unterstützt neben Datei und Block auch Objekt-Storage (ONTAP S3). Aktuelle Modelle sind die DG5200 und die DG7200: Die DG5200 ist ein 2-HE-System, die DG7200 skaliert auf höhere Kapazität und Performance. Die ältere DG5000/DG7000-Generation ist abgekündigt.

DS-Serie und Erweiterungseinheiten

Beim Namen DS ist Vorsicht geboten, denn Lenovo verwendet ihn für zwei verschiedene Generationen. Die ältere DS-Serie (DS2200, DS4200, DS6200) stammt aus der Zeit vor der NetApp-Partnerschaft, ist abgekündigt und nur noch für Bestandsumgebungen relevant. Seit Ende 2025 gibt es zusätzlich eine neue, aktuelle DS-Serie (DS3200, DS5200, DS7200 sowie das kapazitätsoptimierte DS5200C): block-fokussierte All-NVMe-Flash-Systeme für reine SAN-Workloads, die auf einer SAN-optimierten Variante von ONTAP laufen. Sie ergänzt das Portfolio um eine reine Block-All-Flash-Linie neben der klassischen DE-Serie. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Serien DE, DM und DG; die neue DS-Serie ist ein eigenes Thema. Erweiterungseinheiten ergänzen ein Array um zusätzliche Laufwerkseinschübe, wenn die Kapazität des Grundsystems nicht mehr ausreicht, ohne dass ein zweites vollständiges Storage-System nötig wird.

DE vs. DM vs. DG: der direkte Vergleich

Der wichtigste Unterschied liegt in der Storage-Architektur: Die DE-Serie ist reiner Block-Speicher, DM und DG sind Unified-Systeme. Daraus folgen Verwaltung, Protokolle und Einsatzschwerpunkt.

Kriterium DE-Serie DM-Serie DG-Serie
Architektur Block / SAN Unified (Datei, Block, Objekt) Unified (Datei, Block, Objekt)
Flash-Optionen Hybrid + All-Flash Hybrid + All-Flash (NVMe) All-Flash (QLC)
Protokolle FC, iSCSI, SAS (High-End auch NVMe-oF) NFS, SMB, FC, iSCSI, NVMe, S3 NFS, SMB, FC, iSCSI, NVMe, S3
Betriebssystem SANtricity (System Manager) ONTAP ONTAP
Schwerpunkt Preis-Leistung, Durchsatz Performance, Konsolidierung Kapazitätsdichte, All-Flash
Typische Workloads Backup-Ziele, Video, Analytics, HPC Virtualisierung, Datenbanken, Datei+Block KI/Analytics, Data Lakes, Objekt

Vereinfacht: DE ist die richtige Wahl, wenn Sie ausschließlich Block-Storage über ein SAN brauchen und auf Kosten pro Kapazität achten. DM passt, wenn Datei- und Block-Dienste in einem System zusammenlaufen sollen und ONTAP-Funktionen wie Snapshots, Replikation und Cloud-Anbindung gefragt sind. DG ist sinnvoll, wenn Sie viel Flash-Kapazität dicht und energieeffizient bereitstellen wollen, etwa für lese-intensive Daten.

Welche Serie für welchen Einsatz? Auswahl nach Workload

Die Serienwahl folgt dem Workload, nicht umgekehrt. Die folgenden Szenarien decken die häufigsten Fälle ab:

  • Server-Virtualisierung (VMware, Hyper-V, Proxmox): In den meisten Fällen ist Unified-Storage die beste Basis, also die DM-Serie. Als All-Flash-Variante deckt sie latenzkritische VMs ab, als Hybrid-Variante ein gutes Kosten-Kapazitäts-Verhältnis. Geht es rein um Block-Datastores über FC/iSCSI ohne Datei-Dienste, ist auch die DE-Serie eine kosteneffiziente Option.
  • Datenbanken (OLTP, ERP): Hier entscheiden Latenz und konstante IOPS. Die All-Flash-Modelle spielen ihre Stärke aus: DM-F mit End-to-End-NVMe für gemischte Umgebungen, DE-F, wenn ausschließlich Block benötigt wird (siehe Datenbank-Server).
  • Backup- und Recovery-Ziele: Durchsatz und Kapazität pro Euro zählen mehr als minimale Latenz. Die hybride DE-Serie ist hier ein typisches, wirtschaftliches Ziel. ONTAP-basierte DM/DG ergänzen Snapshot- und Replikationsfunktionen.
  • Videoüberwachung, Big Data, technisches Computing: Gefragt ist sequenzieller Durchsatz auf viel Kapazität, eine Domäne der hybriden DE-Serie.
  • Datei- und Block-Konsolidierung: Wenn heute getrennte NAS- und SAN-Systeme laufen, fasst die DM-Serie beides in einem System zusammen und reduziert den Verwaltungsaufwand.
  • KI/Analytics und kapazitätsdichte Flash-Workloads: Für lese-intensive Datensätze auf viel Flash liefert die DG-Serie mit QLC hohe Dichte bei niedrigem Energiebedarf.
  • Hybrid Cloud und Objekt-Storage: Wo Daten zwischen Standort und Cloud bewegt werden oder S3-Objektzugriff gefragt ist, spielen die ONTAP-Systeme DM und DG ihre Integration aus.

Welches konkrete Modell innerhalb einer Serie passt, hängt von Kapazität, gewünschter Performance und Erweiterbarkeit ab. Eine sizing-genaue Auslegung mit Laufwerksbestückung, Protokollen und Lizenzen sollte vor der Beschaffung anhand der aktuellen Lenovo-Datenblätter erfolgen, da sich der Modellkatalog laufend ändert. Den passenden Aufbau stellen Sie über den Storage-Konfigurator von serverhero zusammen.

Storage-Grundlagen: SAN, NAS, Block, File und Flash

Die Serienunterschiede ergeben nur Sinn, wenn die zugrundeliegenden Storage-Konzepte klar sind. Die wichtigsten in Kürze:

SAN, NAS und DAS

  • SAN (Storage Area Network): ein dediziertes Netzwerk, das Servern Block-Speicher bereitstellt. Die Server sehen den Speicher wie eine lokale Festplatte. Protokolle sind Fibre Channel, iSCSI und NVMe-oF. Die DE-Serie ist ein klassisches SAN-System. Eine Übersicht passender Systeme bietet unsere SAN-Storage-Seite.
  • NAS (Network Attached Storage): Datei-Speicher, der über das Netzwerk per NFS oder SMB freigegeben wird. Mehrere Clients greifen gleichzeitig auf dieselben Dateien zu. Die DM- und DG-Serie können NAS-Dienste bereitstellen.
  • DAS (Direct Attached Storage): direkt an einen Server angeschlossener Speicher ohne Netzwerk dazwischen, etwa eine SAS-Erweiterungseinheit.

Unified-Storage wie die DM-Serie verbindet SAN und NAS in einem System: Block- und Datei-Dienste laufen parallel auf derselben Hardware.

Block-, File- und Unified-Storage

Block-Storage legt Daten in gleich großen Blöcken ab und überlässt die Dateisystem-Logik dem zugreifenden Server. Das passt gut zu Datenbanken und Virtualisierung. File-Storage verwaltet Daten in einer Datei- und Ordnerhierarchie und gibt sie über das Netzwerk frei. Unified-Storage beherrscht beides. Daneben gibt es Objekt-Storage (z. B. S3), der Daten als Objekte mit Metadaten ablegt und sich für sehr große, unstrukturierte Datenmengen eignet. Die ONTAP-Serien DM und DG unterstützen das zusätzlich (ONTAP S3).

Hybrid-Flash, All-Flash und QLC

Hybrid-Systeme kombinieren schnelle SSDs mit kapazitätsstarken Festplatten und sind ein Kompromiss aus Performance und Kosten. All-Flash-Systeme setzen ausschließlich auf SSDs und liefern durchgängig niedrige Latenz. QLC-Flash speichert vier Bit pro Zelle und erhöht so die Kapazität pro Laufwerk. Das macht All-Flash auch für kapazitätsintensive Workloads bezahlbar, wie es die DG-Serie umsetzt. NVMe ist die schnelle Anbindungsart moderner SSDs und reduziert die Latenz gegenüber SAS/SATA spürbar; die DM-Flash-Modelle nutzen NVMe durchgängig.

Anschluss und Protokolle: FC, iSCSI und NVMe

Wie ein Array angebunden wird, bestimmt Performance und Integrationsaufwand:

  • Fibre Channel (FC) ist ein dediziertes, verlustfreies (lossless) SAN-Protokoll mit eigener Verkabelung und eigenen Switches. Es liefert stabile niedrige Latenz und ist in größeren Block-Umgebungen verbreitet.
  • iSCSI transportiert Block-Speicher über vorhandene Ethernet-Netze. Das spart eine separate FC-Infrastruktur und reicht für viele Mittelstandsumgebungen aus.
  • NVMe over Fabrics (NVMe-oF) bringt die niedrige NVMe-Latenz ins Netzwerk, etwa als FC-NVMe oder NVMe/TCP. Davon profitieren latenzkritische Workloads auf den All-Flash-Systemen.

Die DE-Serie deckt FC, iSCSI und SAS ab, die High-End-Modelle zusätzlich NVMe over Fabrics. Die Unified-Systeme DM und DG ergänzen die Datei-Protokolle NFS und SMB, NVMe sowie ONTAP S3 für Objektzugriff. Welche Anbindung sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Netzwerk-Infrastruktur und den Latenzanforderungen ab.

Aktuelle ThinkSystem-Storage-Modelle im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet gängige aktuelle Modelle ein. Maßgeblich für die konkrete Beschaffung bleiben die jeweils aktuellen Lenovo-Datenblätter und Produktseiten.

Modell Serie Typ Einordnung
DE2000H DE Hybrid, Block/SAN Einstieg
DE4000H / DE4000F DE Hybrid / All-Flash, Block Mittelklasse
DE4200H DE Hybrid, Block Einstieg, kapazitätsorientiert
DE4800H / DE4800F DE Hybrid / All-Flash, Block Leistungsstarke Mittelklasse
DE6400H / DE6400F DE Hybrid / All-Flash, Block Oberklasse
DE6600H / DE6600F DE Hybrid / All-Flash, Block High-End-Block (Topmodell)
DM3010H DM Hybrid, Unified Einstieg Unified
DM3200F DM All-Flash, Unified Einstieg All-Flash
DM5200H / DM5200F DM Hybrid / All-Flash, Unified Mittelklasse Unified
DM7100H DM Hybrid, Unified Hybrid-Topmodell
DM7200F DM All-Flash, Unified Leistungsstark, NVMe
DG5200 DG All-Flash QLC Kapazitätsdichter Flash, 2 HE
DG7200 DG All-Flash QLC Höhere Kapazität/Performance

Die Buchstaben-Kennung folgt einem festen Schema: „H" steht für Hybrid (Flash + HDD), „F" für All-Flash (nur SSD). Das gilt für die DE- und DM-Serie; die DG-Modelle (DG5200, DG7200) sind durchgängig All-Flash und führen daher keine Endung. Die Zahl ordnet das Modell innerhalb der Serie ein, höhere Zahlen bedeuten in der Regel mehr Leistung und Kapazität.

Verwaltung & Software

Die Verwaltung unterscheidet sich je nach Betriebssystem der Serie:

  • DE-Serie (SANtricity): Die Konfiguration läuft über den ThinkSystem System Manager, die webbasierte Oberfläche der SANtricity-Software direkt auf dem Array. Sie deckt Pool- und Volume-Verwaltung, Snapshots und Monitoring ab.
  • DM- und DG-Serie (ONTAP): Hier kommt der ThinkSystem Storage Manager for DM Series zum Einsatz, Lenovos Bezeichnung für die in ONTAP integrierte System-Manager-Weboberfläche, ergänzt um die ONTAP-CLI. ONTAP bringt das umfangreichere Datenmanagement mit, von Snapshots über Replikation bis zur Cloud-Integration.
  • Lenovo XClarity: Übergreifend lässt sich Lenovo XClarity für Hardware-Discovery, Inventarisierung, Monitoring und Alerts anbinden. Die eigentliche Storage-Konfiguration übernimmt XClarity nicht; dafür bleiben System Manager bzw. Storage Manager zuständig.

Für die Auslegung vor dem Kauf stellt Lenovo zudem Sizing-Werkzeuge bereit, mit denen sich Kapazität und Performance für einen geplanten Workload abschätzen lassen.

Warum Lenovo ThinkSystem Storage? Plattform und Zielgruppe

Da DM und DG dasselbe ONTAP-Betriebssystem nutzen wie NetApp-Systeme und die DE-Serie dieselbe SANtricity-Software, liegt der Unterschied nicht in der Storage-Software, sondern in Plattform und Betrieb. Für drei Konstellationen ist Lenovo ThinkSystem Storage besonders naheliegend:

  • Wer Server und Storage gemeinsam beschafft. Lenovo bietet ThinkSystem-Server, -Storage und Netzwerk-Switches als ein Portfolio mit einem Ansprechpartner und einem Service-Modell. Das reduziert Schnittstellen zwischen mehreren Herstellern und vereinfacht den Support, gerade in kleineren IT-Teams ein praktischer Vorteil.
  • Wer ONTAP-Funktionen ohne separaten Storage-Hersteller will. Über die DM- und DG-Serie kommen Snapshots, Replikation und Cloud-Anbindung von ONTAP in eine Lenovo-Plattform mit Lenovo-Garantie und -Support.
  • Wer planbare Kosten braucht. Neben dem klassischen Kauf lässt sich ThinkSystem-Storage verbrauchsbasiert beziehen, was Investitionsspitzen in laufende Kosten verlagert.

Maßgeblich bleibt aber der Workload. Die beste Plattform nützt wenig, wenn Serie, Modell und Lizenzen nicht zum Anwendungsfall passen. Genau hier setzt eine sizing-genaue Beratung an.

Support, Wartung & Garantie

Storage-Systeme laufen viele Jahre im Dauerbetrieb. Service und Wartung gehören deshalb zur Auswahl dazu. Lenovo bietet für die ThinkSystem-Storage-Serien gestufte Support-Optionen:

  • Garantie und Vor-Ort-Service: Die aktuellen Systeme kommen je nach Modell mit mehrjähriger Vor-Ort-Garantie. Reaktionszeiten lassen sich über Stufen anpassen, etwa Foundation (Reaktion am nächsten Geschäftstag während der normalen Geschäftszeiten, 5 Tage/Woche) und Essential (24×7 mit 4-Stunden-Vor-Ort-Reaktion).
  • Premier Support: ergänzt einen zentralen Ansprechpunkt (Single Point of Contact) mit direktem Zugang zu erfahrenen Lenovo-Technikern, der einen Vorfall von der Meldung bis zur Lösung begleitet, inklusive Hard- und Software-Abdeckung.
  • Software-Maintenance: hält das Storage-Betriebssystem (SANtricity bzw. ONTAP) mit Updates und Sicherheits-Patches aktuell.

Die konkrete SLA-Verfügbarkeit ist länder- und produktabhängig und sollte im Einzelfall geprüft werden. Als Lenovo-Partner unterstützt serverhero bei der Auswahl der passenden Service-Stufe und bei der Einbettung in eine bestehende Wartungslandschaft.

Zusammenfassung

Lenovo ThinkSystem Storage deckt mit drei Serien unterschiedliche Anforderungen ab. Die DE-Serie liefert kosteneffizienten Block-Storage fürs SAN, die DM-Serie vereint Datei und Block als Unified-System mit dem leistungsfähigen ONTAP-Datenmanagement, und die DG-Serie bringt kapazitätsdichten All-Flash-Speicher mit QLC. Technisch stehen SANtricity (DE) und ONTAP (DM, DG) aus der Lenovo-NetApp-Partnerschaft dahinter. Die richtige Wahl ergibt sich aus dem Workload, also Block oder Unified, Hybrid oder All-Flash, Kapazität oder Latenz, und sollte vor der Beschaffung sizing-genau ausgelegt werden. Als Lenovo-Partner berät serverhero herstellerunabhängig und sizing-genau, von der Serien- und Modellauswahl über Protokolle und Lizenzen bis zur Einbettung in Ihre bestehende Server- und Backup-Landschaft.

FAQ

Was ist Lenovo ThinkSystem Storage?

Lenovo ThinkSystem Storage ist Lenovos Portfolio externer Storage-Arrays für den Rechenzentrumsbetrieb. Es umfasst drei aktuelle Serien, nämlich DE (Block/SAN), DM (Unified) und DG (All-Flash QLC), sowie die ältere DS-Serie und Erweiterungseinheiten. Die Systeme stellen zentralen Speicher für Server, Virtualisierung, Datenbanken und Backups bereit.

Was ist der Unterschied zwischen DE-, DM- und DG-Serie?

Die DE-Serie ist reiner Block-Storage für SAN-Umgebungen (FC/iSCSI/SAS). Die DM-Serie ist Unified-Storage und bedient Datei- und Block-Workloads gleichzeitig. Die DG-Serie ist ein All-Flash-System mit QLC-Technik für hohe Kapazitätsdichte. DE läuft auf SANtricity, DM und DG auf ONTAP.

Basiert Lenovo ThinkSystem Storage auf NetApp?

Ja. Die aktuellen Serien entstehen aus der Lenovo-NetApp-Partnerschaft von 2018: Die DE-Serie nutzt NetApps E-Series-Technik mit SANtricity, die DM-Serie das ONTAP-Betriebssystem aus NetApps FAS/AFF-Linie und die DG-Serie das ONTAP-basierte QLC-Pendant zur AFF C-Series. Lenovo vertreibt die Systeme als OEM unter eigener Marke mit eigenem Service.

Welche Lenovo-Storage-Serie eignet sich für VMware oder Virtualisierung?

Für virtualisierte Umgebungen ist meist die DM-Serie die beste Basis, weil sie Datei- und Block-Datastores zugleich bedient und ONTAP-Funktionen wie Snapshots mitbringt. Geht es ausschließlich um Block-Datastores über FC oder iSCSI, ist auch die DE-Serie eine kosteneffiziente Wahl.

SAN oder NAS: Was bietet Lenovo ThinkSystem?

Beides. Die DE-Serie ist ein reines SAN-System (Block). Die DM- und DG-Serie sind Unified-Systeme und stellen sowohl SAN- (Block) als auch NAS-Dienste (Datei über NFS/SMB) bereit, die DM- und DG-Serie zusätzlich Objekt-Storage über ONTAP S3.

Was ist der Unterschied zwischen Hybrid-Flash und All-Flash?

Hybrid-Systeme kombinieren SSDs mit klassischen Festplatten und sind ein Kompromiss aus Performance und Kosten. All-Flash-Systeme nutzen ausschließlich SSDs und liefern durchgängig niedrige Latenz. Bei Lenovo kennzeichnet „H" die Hybrid- und „F" die All-Flash-Modelle.

Was bedeutet QLC bei der DG-Serie?

QLC (Quad-Level-Cell) speichert vier Bit pro Flash-Zelle und erreicht dadurch eine höhere Kapazität pro Laufwerk zu geringeren Kosten je Terabyte. Das macht All-Flash auch für kapazitätsintensive, lese-lastige Workloads wirtschaftlich. Das ist der Ansatz der DG-Serie.

Wie wird Lenovo ThinkSystem Storage verwaltet?

Die DE-Serie wird über den ThinkSystem System Manager (SANtricity) verwaltet, die DM- und DG-Serie über den ThinkSystem Storage Manager (ONTAP-Weboberfläche) und die ONTAP-CLI. Lenovo XClarity lässt sich für Hardware-Monitoring ergänzen, übernimmt aber nicht die Storage-Konfiguration.

Ist die DS-Serie noch aktuell?

Das kommt darauf an, welche gemeint ist, denn den Namen „DS" gibt es doppelt. Die ältere DS-Generation (DS2200/DS4200/DS6200) ist abgekündigt und nur noch für Bestand relevant. Seit Ende 2025 gibt es jedoch eine neue, aktuelle DS-Serie (DS3200, DS5200, DS7200, DS5200C): block-fokussierte All-NVMe-Flash-Systeme auf SAN-optimiertem ONTAP. Für Neubeschaffungen kommen je nach Bedarf die DE-, DM-, DG- oder die neue DS-Serie infrage.

Wie weit lässt sich ThinkSystem Storage erweitern?

Die Kapazität wächst auf zwei Wegen: durch zusätzliche Laufwerke im Grundsystem und durch Erweiterungseinheiten, die weitere Einschübe anbinden. Die maximale Kapazität unterscheidet sich je nach Serie und Modell deutlich, von der Mittelklasse bis in den Petabyte-Bereich bei den größeren Unified- und All-Flash-Systemen. Die genauen Grenzen nennen die jeweiligen Lenovo-Datenblätter.

Wie konfiguriere und bestelle ich ein Lenovo ThinkSystem Storage?

Sinnvoll ist der Weg über den Workload: erst Serie (Block, Unified oder All-Flash) und Anbindung festlegen, dann Kapazität, Laufwerksbestückung und Lizenzen. serverhero stellt dafür einen Storage-Konfigurator bereit und legt das System auf Wunsch sizing-genau aus, inklusive Service-Stufe und Einbettung in die bestehende Infrastruktur.

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