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Microsoft: Windows Server 2025 - Funktionen, Vorteile und Neuerungen

Microsoft: Windows Server 2025 - Funktionen, Vorteile und Neuerungen

Einleitung

Windows Server 2025, die neueste Version von Microsofts Serverbetriebssystem, bietet eine Vielzahl an Funktionen, die speziell für moderne Unternehmensanforderungen entwickelt wurden. Der Fokus liegt auf verstärkten Sicherheitsfunktionen, höherer Flexibilität in hybriden IT-Szenarien und nahtloser Cloud-Integration.

Editionen und Lizenzierung

Windows Server 2025 ist in drei Haupteditionen verfügbar: Essentials, Standard und Datacenter. Jede Edition ist für unterschiedliche Einsatzszenarien konzipiert und bietet spezifische Funktionen, die den Anforderungen kleiner, mittlerer und großer Unternehmen gerecht werden.

Essentials

Einsatzbereich: Organisationen mit maximal 25 Benutzern und 50 Geräten. Die Essentials Edition wurde speziell für kleine Unternehmen entwickelt, die eine einfache, kostengünstige Serverlösung benötigen. Sie ist ideal für Start-ups oder kleine Büros, die grundlegende IT-Dienste wie Datei- und Druckfreigabe sowie zentrale Verwaltung von Benutzern und Geräten benötigen. Da diese Edition keine CALs erfordert, ist sie besonders attraktiv für Unternehmen mit überschaubarer Infrastruktur ohne komplexe Lizenzierungsanforderungen.

Virtualisierungsrechte: Unterstützt keine Virtualisierung.

Lizenzmodell: Lizenziert für physische Server mit vorinstallierter Hardware (OEM-gebunden). Keine CALs erforderlich.

Verfügbarkeit: Nur als OEM-Version erhältlich, nicht über Volumenlizenzprogramme verfügbar.

Standard

Einsatzbereich: Ideal für Organisationen, die einfache Anwendungen hosten oder geringe Virtualisierungsanforderungen haben. Diese Edition eignet sich besonders für kleinere bis mittelgroße Unternehmen, die grundlegende IT-Dienste bereitstellen möchten, wie File- und Print-Services oder einfache Webanwendungen.

Virtualisierungsrechte: Bis zu 2 virtuelle Maschinen (VMs) pro Lizenz, 1 Hyper-V-Host erlaubt.

Lizenzmodell: Kernbasierte Lizenzierung (16 Kerne Minimum pro Server). Weitere Lizenzen für zusätzliche Kerne (in 2-Kern-Schritten) erforderlich.

Client Access Licenses (CALs): Pro Benutzer oder Gerät erforderlich. Separate CALs für Remote Desktop Services (RDS) oder andere Add-ons nötig.

Datacenter

Einsatzbereich: Optimal für Rechenzentren mit hohem Virtualisierungsgrad oder hybriden Szenarien. Die Datacenter Edition richtet sich an große Unternehmen, die eine Vielzahl virtueller Maschinen betreiben und eine maximale Serverauslastung erzielen möchten. Sie ist ideal für private oder hybride Clouds und bietet umfassende Funktionen für Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery.

Virtualisierungsrechte: Unbegrenzte Anzahl an VMs und Hyper-V-Containern. Unterstützung für verschachtelte Virtualisierung (Nested Virtualization).

Lizenzmodell: Kernbasierte Lizenzierung (16 Kerne Minimum pro Server). Weitere Lizenzen für zusätzliche Kerne erforderlich.

Client Access Licenses (CALs): Erforderlich für jeden Benutzer oder jedes Gerät, das auf den Server zugreift.

Spezifische Lizenzanforderungen für hybride Szenarien

Mit der Azure Hybrid Benefit-Option können Unternehmen ihre bestehenden Windows Server-Lizenzen in der Cloud nutzen und so Kosten sparen. Durch die Integration mit Azure Arc können lokale und cloudbasierte Ressourcen zentral verwaltet werden. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen, die eine hybride IT-Infrastruktur betreiben und ihre Ressourcen flexibel zwischen lokalen und Cloud-Umgebungen verteilen möchten.

Windows Server 2025 vs. Windows Server 2022

Windows Server 2025 baut auf der soliden Basis von Windows Server 2022 auf und bietet zahlreiche Weiterentwicklungen in den Bereichen Leistung, Sicherheit und Cloud-Integration. Besonders in Verwaltung, Netzwerkoptimierung und Automatisierung wurden bestehende Funktionen erheblich verbessert. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Verbesserungen bei Storage Spaces Direct (S2D)

Windows Server 2025 optimiert Storage Spaces Direct (S2D) weiter und bringt erhebliche Verbesserungen in der Unterstützung moderner Speichertechnologien wie NVMe und Storage Class Memory (SCM). Diese Neuerungen steigern Geschwindigkeit und Effizienz von Datentransfers, während die Verwaltung von Speicherressourcen flexibler wird.

  • Erweiterte NVMe-Unterstützung: NVMe-Laufwerke sorgen für ultraschnelle Datenübertragung, insbesondere bei Workloads mit hohem Durchsatz wie Datenbanken oder Virtualisierungen.
  • Intelligentes Tiering: Automatisches Verschieben von Daten zwischen Speicherklassen (SSDs, HDDs, NVMe) basierend auf der Zugriffshäufigkeit.
  • Snapshot-Technologie: Neue Snapshot-Optionen erlauben flexiblere Datensicherungen und Wiederherstellungen, insbesondere in Multi-Site-Umgebungen für Disaster Recovery.
Verbesserte Sicherheitsfunktionen

Die Funktionen von Windows Defender und Microsoft Defender for Identity wurden erweitert, um Ransomware- und Zero-Day-Angriffe besser zu erkennen und zu bekämpfen.

  • Verbesserte Bedrohungserkennung und Reaktion: Windows Defender erkennt Bedrohungen in Echtzeit und reagiert direkt darauf, inklusive erweiterter Algorithmen zur Analyse von Angriffsmustern.
  • Exploit Guard: Ein erweitertes Sicherheitssystem, das Schwachstellen automatisch blockiert, bevor sie ausgenutzt werden können – besonders effektiv gegen Zero-Day-Angriffe.
  • Microsoft Defender for Identity: Optimierte Sicherheitsüberwachung, um Anomalien wie unbefugten Zugriff oder ungewöhnliche Benutzeraktivitäten in Active Directory frühzeitig zu erkennen.
Verbesserte Verwaltung und Automatisierung

PowerShell 7.2 und Windows Admin Center bieten erweiterte Funktionen für DevOps- und Cloud-Automatisierung sowie für die Verwaltung von HCI- und Azure Stack HCI-Umgebungen.

  • Erweiterte PowerShell-Funktionen: PowerShell 7.2 bietet neue Cmdlets und Skripting-Funktionen für DevOps-Umgebungen und Cloud-Automatisierung.
  • Windows Admin Center: Optimierte Optionen zur Verwaltung von HCI-Clustern und Azure Stack HCI-Infrastrukturen, mit neuen Dashboards und Analysetools.
Erweiterte Datei- und Speichersysteme

Der Storage Migration Service (SMS) wurde optimiert, um eine schnellere Migration von Daten aus älteren Windows Server-Versionen und Linux-Systemen zu ermöglichen.

  • File Share Deduplication: Erkennt und eliminiert redundante Daten in Dateiablagen, wodurch der Speicherbedarf drastisch reduziert wird.
  • Storage Migration Service (SMS): Erleichtert die Migration von Daten aus älteren Windows Server-Versionen oder Linux-Systemen und minimiert Ausfallzeiten.
Verbesserungen bei Remote Desktop Services (RDS)

Die Unterstützung für GPU-basierte virtuelle Desktops wurde erweitert, um die Ausführung grafikintensiver Anwendungen in Remote-Desktop-Umgebungen zu ermöglichen.

  • GPU-basierte virtuelle Desktops: Grafikintensive Anwendungen wie CAD-Software oder KI-Workloads laufen reibungslos in RDS-Umgebungen.
  • Optimierte VDI: Die Virtual Desktop Infrastructure wurde für höhere Skalierbarkeit und bessere Leistung bei großen Remote-Nutzergruppen verbessert.
Optimierung der Netzwerkinfrastruktur

Die Netzwerkfunktionen wurden weiterentwickelt, um komplexe Multi-Cloud-Architekturen und hybride Umgebungen effizient zu unterstützen.

  • Network ATC (Application Traffic Control): Priorisiert Netzwerkressourcen basierend auf den Anforderungen von Anwendungen.
  • Erweiterte SDN-Kompatibilität: Ausgebaute Unterstützung für Software Defined Networking ermöglicht flexiblere Verwaltung von Netzwerkarchitekturen, insbesondere in Multi-Cloud-Umgebungen.
Weitere Verbesserungen
  • Server Core und Nano Server: Zusätzliche Rollen und Funktionen erweitern die Einsatzmöglichkeiten dieser minimalen Server-Varianten.
  • App-V und MSIX: Virtualisierung und Migration von Legacy-Anwendungen wurden für eine nahtlose Integration optimiert.
  • Advanced Network Traffic Optimization: Neue Technologien wie TCP Offloading und RDMA verbessern die Netzwerkleistung in datenintensiven Umgebungen.

Neuheiten in Windows Server 2025

Von der erweiterten Unterstützung für KI- und ML-Workloads über die verbesserte Kubernetes-Integration bis hin zu optimierten Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen – die Neuerungen ermöglichen es Unternehmen, ihre Systeme leistungsfähiger, flexibler und sicherer zu gestalten. Die wichtigsten neuen Funktionen im Detail:

Project Calista – Softwaredefiniertes Netzwerk (SDN)

Project Calista ermöglicht eine dynamische Anpassung der Netzwerksegmente in Echtzeit, um die Ressourcennutzung zu optimieren und einen stabilen Betrieb in komplexen Umgebungen sicherzustellen.

  • Automatisierte Anpassung der Netzwerk-Topologie: Workloads erhalten genau die Ressourcen, die sie benötigen – sofort und ohne Verzögerung.
  • Zentrale Verwaltung: Über eine intuitive Oberfläche lassen sich alle Netzwerkressourcen in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen zentral steuern.
  • Echtzeit-Optimierung: Der Netzwerkverkehr wird dynamisch angepasst, was Latenz reduziert und die Performance steigert.
Erweiterte KI- und ML-Unterstützung

Windows Server 2025 unterstützt KI- und ML-Workloads durch die Integration von Deep-Learning-Frameworks wie TensorFlow, PyTorch und MXNet, kombiniert mit nativer GPU-Beschleunigung für effizienteres Modelltraining.

  • GPU-Passthrough: Nutzt leistungsstarke GPUs wie die NVIDIA Tesla A100, um KI/ML-Workloads direkt zu beschleunigen.
  • Kubernetes-Integration: Unterstützt die nahtlose Verwaltung von AI-Pipelines in Container-Umgebungen.
  • Optimierte Leistung: Beschleunigt die Verarbeitung großer Datenmengen und reduziert die Zeit für Modelltraining erheblich.
Erweiterte Kubernetes-Unterstützung

Die native Integration von Kubernetes ermöglicht es, Windows- und Linux-Container innerhalb eines Clusters zu verwalten. Neu ist die Verwendung von containerd als primäre Container-Runtime, die eine bessere DevOps-Integration bietet.

  • containerd als Container-Runtime: Reduziert Overhead und verbessert die Performance in DevOps-Workflows.
  • Einheitliche Verwaltung: Windows- und Linux-Container können nebeneinander innerhalb desselben Kubernetes-Clusters betrieben werden.
  • Flexibilität: Hyper-V-Isolation bietet zusätzliche Sicherheit für Container, die sensible Anwendungen ausführen.
Windows Subsystem for Linux (WSL) 3

Windows Server 2025 bietet erstmals vollständige Unterstützung für Linux-Binärdateien und ermöglicht eine direkte Ausführung von Linux-Anwendungen auf Windows-Servern ohne Virtualisierungsschicht.

  • Nahtlose Integration: Linux-Binärdateien laufen direkt auf Windows Server, was die Performance steigert.
  • Optimierte Interoperabilität: Gemeinsame Nutzung von Dateisystemen ermöglicht schnellen Datenaustausch zwischen Windows- und Linux-Anwendungen.
  • Vereinfachter Zugriff: Entwickler können direkt in Windows auf ihre bevorzugten Linux-Tools und -Umgebungen zugreifen.
Erweiterte Azure Stack HCI und Azure Arc Integration

Eine verbesserte Integration von Azure Stack HCI und Azure Arc ermöglicht die nahtlose Verwaltung von Workloads über On-Premise, Azure und Multi-Cloud-Umgebungen.

  • Azure Arc Integration: Zentrale Verwaltung von Ressourcen über eine intuitive Azure-Oberfläche.
  • Azure Automanage: Automatisierte Verwaltung von Windows Server Instanzen, einschließlich Updates und Compliance-Prüfungen.
  • Disaster Recovery: Schnelle Datenwiederherstellung durch enge Integration mit Azure-Diensten.
Secured-Core Server

Ein neuer Sicherheitsmodus, der erweiterten Schutz auf BIOS-, UEFI- und Hardware-Ebene bietet, einschließlich TPM 2.0 und Secure Boot, um Angriffe auf der untersten Ebene zu verhindern.

  • TPM 2.0 und Secure Boot: Schützen die Hardware vor Manipulation und gewährleisten eine sichere Boot-Umgebung.
  • Zero-Day-Abwehr: Proaktive Blockierung von Schwachstellen, bevor sie ausgenutzt werden können.
  • Erweiterte Bedrohungserkennung: Microsoft Defender for Identity erkennt verdächtige Aktivitäten und bietet eine schnelle Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Installation & Migration

Hier finden Sie eine grobe Übersicht über den Installations- und Migrationsprozess von Windows Server 2025, einschließlich der Systemanforderungen und wichtiger Hinweise.

Systemanforderungen

Für die Installation von Windows Server 2025 sind folgende Mindestanforderungen zu beachten:

Prozessor 1,4 GHz 64-Bit-Prozessor mit Unterstützung für SLAT, NX und DEP sowie CMPXCHG16b, LAHF/SAHF, PrefetchW, SSE4.2 und POPCNT
Arbeitsspeicher (RAM) Mindestens 512 MB (2 GB für Server mit Desktopdarstellung)
Festplattenspeicher Mindestens 32 GB verfügbarer Speicherplatz
Netzwerk Gigabit-Ethernet-Adapter (10/100/1000 Base-T)
Weitere Anforderungen UEFI 2.3.1c-basierte Firmware mit Secure Boot, TPM-Version 2.0, Grafikkarte mit Super VGA (1024 × 768) oder höher

Bitte beachten Sie, dass dies Mindestanforderungen sind und für bestimmte Rollen oder Anwendungen höhere Spezifikationen erforderlich sein können.

Neuinstallation

Eine saubere Installation überschreibt das vorhandene Betriebssystem und erfordert eine vollständige Neuinstallation aller Anwendungen und Einstellungen.

  1. Datensicherung: Sichern Sie alle wichtigen Daten und Einstellungen.
  2. Installationsmedium: Erstellen Sie ein bootfähiges Medium (USB/DVD) mit dem Windows Server 2025-Image.
  3. Booten vom Medium: Starten Sie den Server vom erstellten Installationsmedium.
  4. Installation starten: Folgen Sie den Anweisungen des Installationsassistenten, wählen Sie die gewünschte Edition und führen Sie die Installation durch.
  5. Post-Installation: Installieren Sie aktuelle Treiber, führen Sie Windows Update aus und konfigurieren Sie die Serverrollen und -features nach Bedarf.

Direktes Upgrade (Inplace-Upgrade)

Ein direktes Upgrade aktualisiert das vorhandene Betriebssystem auf Windows Server 2025, wobei Einstellungen, Serverrollen und Daten beibehalten werden. Ein direktes Upgrade ist von Windows Server 2012 R2 und höher möglich.

  1. Kompatibilitätsprüfung: Stellen Sie sicher, dass die aktuelle Serverversion für ein Upgrade geeignet ist und die Hardwareanforderungen erfüllt.
  2. Datensicherung: Erstellen Sie ein vollständiges Backup des Systems.
  3. Upgrade starten: Führen Sie das Setup von Windows Server 2025 aus dem laufenden Betriebssystem heraus aus und wählen Sie die Option zum Upgrade.
  4. Installation abschließen: Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten, um das Upgrade abzuschließen.
  5. Nachbereitung: Überprüfen Sie, ob alle Anwendungen und Dienste ordnungsgemäß funktionieren, und installieren Sie ggf. Updates.

Hinweis: Ein direktes Upgrade wird nicht für alle Serverrollen empfohlen. Beispielsweise sollten Domänencontroller vorzugsweise neu installiert und anschließend in die Domänenstruktur integriert werden.

Wichtige Hinweise

  • Sicherung: Vor jeder Migration oder Installation sollte eine vollständige Datensicherung durchgeführt werden.
  • Kompatibilität: Überprüfen Sie die Kompatibilität aller Anwendungen und Dienste mit Windows Server 2025.
  • Testumgebung: Führen Sie Migrationen zunächst in einer Testumgebung durch, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.

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