vRouter
Derselbe Router, nur ohne Blech
Der LANCOM vRouter ist das Betriebssystem LCOS als virtuelle Maschine. Er kann dasselbe wie ein Hardware-Router – VPN, Firewall, Routing, SD-WAN – läuft aber auf Ihrem Hypervisor statt in einem eigenen Gehäuse.
Das lohnt sich an zwei Stellen: in der Zentrale, wo hunderte VPN-Tunnel zusammenlaufen und Rechenleistung billiger ist als Spezialhardware, und im Rechenzentrum, wo ohnehin virtualisiert wird und kein Platz für ein weiteres Gerät ist.
Lizenziert wird nach VPN-Kanälen und ARF-Kontexten, mit Laufzeiten von einem, drei oder fünf Jahren. Die Konfiguration ist identisch zur Hardware – LANconfig und die Management Cloud sehen keinen Unterschied.
Staffelung
Fünf Größen nach VPN-Kanälen
Die Zahl im Namen ist die Zahl gleichzeitiger VPN-Verbindungen. ARF steht für getrennte Routing-Kontexte – also dafür, wie viele voneinander abgeschottete Netze das Gerät führen kann.
| Lizenz | VPN-Kanäle | ARF-Kontexte | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| vRouter 50 | 10 |
8 |
Einstieg, Testumgebung, kleiner Standort |
| vRouter 250 | 50 |
16 |
mehrere Filialen an einer virtuellen Zentrale |
| vRouter 500 | 100 |
64 |
mittlerer Filialverbund |
| vRouter 1000 | 200 |
128 |
großer Verbund, getrennte Mandanten |
| vRouter unlimited | 1.000 bis 3.000 |
256 |
Zentrale mit hunderten Standorten, Dienstleister |
Jede Größe gibt es mit 1, 3 oder 5 Jahren Laufzeit. Die Lizenz läuft auf der virtuellen Maschine, nicht auf einem bestimmten Host – ein Umzug im Cluster ist unkritisch.
Auslegung
Vier Fragen vor der Lizenz
Wie viele Tunnel laufen wirklich auf?
Zählen Sie Standorte plus Einzelzugänge, nicht die Nutzerzahl. Zwanzig Filialen mit je einem Tunnel und dreißig Homeoffice-Verbindungen ergeben fünfzig – dafür reicht der vRouter 250. Planen Sie Reserve ein: Ein Wechsel der Größe ist eine neue Lizenz.
Wie viele getrennte Netze brauchen Sie?
ARF-Kontexte trennen Mandanten, Standorte oder Sicherheitszonen voneinander. Wer nur ein Firmennetz und ein Gästenetz führt, kommt mit acht Kontexten aus. Dienstleister mit mehreren Kunden auf einer Instanz brauchen deutlich mehr.
Laufzeit – ein, drei oder fünf Jahre?
Die längere Laufzeit ist pro Jahr günstiger, bindet aber. Bei einer Umgebung, die absehbar bleibt, sind fünf Jahre die sparsame Wahl. Bei Projekten mit offenem Ende oder laufender Migration ist ein Jahr die ehrlichere.
Virtuell oder doch Hardware?
Der vRouter braucht CPU, RAM und eine verlässliche Virtualisierung. Wo beides vorhanden ist, spart er Platz und Beschaffung. Wo der Standort keinen Hypervisor hat oder der Router zugleich das DSL-Modem sein soll, führt kein Weg an Hardware vorbei.
FAQ
Häufige Fragen zum LANCOM vRouter
Auf den gängigen Plattformen für Servervirtualisierung. Welche Version aktuell freigegeben ist, hängt am LCOS-Stand – das prüfen wir vor der Bestellung für Ihre Umgebung, statt hier eine Liste zu pflegen, die morgen veraltet ist.
Ja. Der Hersteller gibt den Einsatz als virtuellen WLAN-Controller für bis zu 1.500 Access Points an. Das ist die Alternative zu einem Hardware-Controller, wenn die Verwaltung im eigenen Rechenzentrum bleiben soll.
Die Lizenz muss verlängert werden, sonst stellt der vRouter den Betrieb ein. Rechnen Sie die Verlängerung fest ein – anders als bei Hardware, die nach Ablauf der Garantie einfach weiterläuft, ist die Laufzeit hier betriebsentscheidend.
Das hängt an der zugewiesenen Rechenleistung. Verschlüsselung kostet CPU – ein Hardware-Router hat dafür einen Beschleuniger, der vRouter nimmt Kerne. Bei ausreichend dimensionierter VM ist er in der Zentrale meist die schnellere Lösung, weil er mit dem Host skaliert.
Nein. Der übliche Aufbau ist: vRouter in der Zentrale, Hardware in den Filialen. Die Filialgeräte bauen die Tunnel auf, der vRouter nimmt sie entgegen.