Die Lizenzierung von Windows Server 2025 auf einem HPE-Server besteht aus drei Bausteinen: der Serverlizenz nach physischen Prozessorkernen, der Edition und den Zugriffslizenzen (CALs) für Benutzer oder Geräte. Die HPE-OEM-Lizenz, auch Reseller Option Kit (ROK) genannt, wird anders als CSP- oder Volumenlizenzen zusammen mit einem neuen HPE-Server erworben und bleibt diesem Server zugewiesen.
Dieser Leitfaden beantwortet die Fragen, die bei der Planung eines HPE ProLiant mit Windows Server 2025 regelmäßig aufkommen. Die Regeln der Windows Server Lizenzierung stammen von Microsoft und gelten unabhängig vom Serverhersteller. HPE-spezifisch sind Bezug, Lieferumfang, Paketgrößen und die Bindung an die Hardware. Was das Betriebssystem selbst mitbringt, beschreibt der Beitrag zu den Neuerungen und Funktionen von Windows Server 2025; weitere Beiträge sammelt die Übersicht Microsoft-Wissen: Windows Server und Lizenzen.
Kurz gefasst: Die Serverlizenz richtet sich nach den physischen Kernen, mindestens 8 Core-Lizenzen je Prozessor und 16 je Server. HPE-OEM-Pakete gibt es als Basislizenz für 16 Kerne (Essentials: 10 Kerne) und als Zusatzlizenzen für 2, 4 oder 16 Kerne. Standard erlaubt 2 virtuelle Maschinen je vollständiger Lizenzierung aller Kerne, Datacenter unbegrenzt viele, Essentials 1 virtuelle Maschine bei bis zu 25 Benutzern oder 50 Geräten. CALs sind bei Standard und Datacenter für jeden Benutzer oder jedes Gerät nötig und nicht in der Serverlizenz enthalten; für Remote Desktop kommen RDS-CALs hinzu. Die HPE-OEM-Lizenz bleibt dem Server zugewiesen, mit dem sie erworben wurde. Stand der Daten: Lizenzierungsübersicht von Microsoft und HPE-Unterlagen, abgerufen am 8. Oktober 2026.
Was ist HPE-OEM Windows Server 2025 (ROK)?
HPE-OEM Windows Server 2025 ist das Betriebssystem von Microsoft in einer Lizenzform, die HPE als Serverhersteller (Original Equipment Manufacturer) vertreibt. Das Reseller Option Kit, kurz HPE ROK, ist die Variante dieser Lizenz, die HPE-Fachhändler zusammen mit einem neuen HPE-Server verkaufen. Technisch ist es dasselbe Windows Server 2025 wie bei jedem anderen Bezugsweg.
Gebunden ist die Lizenz an die Hardware: Nach den Lizenzbestimmungen wird sie dem Server, mit dem sie erworben wurde, dauerhaft zugewiesen. Zur Basislizenz gehören:
- das Echtheitszertifikat (Certificate of Authenticity, COA) mit dem Produktschlüssel, das am Server angebracht wird
- das Installationsmedium von HPE als Download aus dem My HPE Software Center
- die Lizenzbestimmungen von Microsoft
Die Lizenzform selbst erklärt der Beitrag Was ist das HPE Reseller Option Kit? ausführlich; weitere Ratgeber und Anleitungen stehen im HPE-Wissen.
HPE-OEM, CSP oder Volumenlizenz: Worin liegt der Unterschied?
Die drei Bezugswege liefern dasselbe Produkt mit denselben Regeln für Kerne, Editionen und CALs. Sie unterscheiden sich darin, wie die Lizenz erworben wird und wie beweglich sie danach ist. HPE-OEM gibt es nur mit einem neuen HPE-Server, und die Lizenz bleibt bei diesem Server. CSP- und Volumenlizenzen werden unabhängig von der Hardware gekauft und lassen sich einem anderen Server neu zuweisen.
| HPE-OEM (ROK) | CSP | Volumenlizenz | |
|---|---|---|---|
| Bezug | Mit einem neuen HPE-Server über den HPE-Fachhandel | Über einen Microsoft-Partner im Programm Cloud Solution Provider, als Dauerlizenz oder Abonnement | Über einen Microsoft-Lizenzpartner im Rahmen eines Volumenlizenzvertrags |
| Hardware-Bindung | Ja, an den Server des Kaufs | Nein | Nein |
| Zuweisung | Dauerhaft an diesen Server | An einen Server, Neuzuweisung möglich | An einen Server, Neuzuweisung möglich |
| Übertragbarkeit | Keine Neuzuweisung auf einen anderen Server; Ausnahmen siehe unten | Neuzuweisung frühestens nach 90 Tagen | Neuzuweisung frühestens nach 90 Tagen |
| Downgrade-Rechte | Ja, über ein Downgrade-Kit von HPE | Ja | Ja |
| Typischer Einsatz | Neuer Server, der seine Lizenz über die gesamte Nutzungsdauer behält | Lizenzkauf ohne Hardware, auch mit Laufzeit | Größere Umgebungen mit vielen Servern |
Drei Ausnahmen lockern die Bindung der HPE-OEM-Lizenz. Wer innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf bei einem Microsoft-Lizenzpartner Software Assurance ergänzt, unterstellt die Lizenz den Regeln der Volumenlizenzierung und darf sie neu zuweisen. HPE führt außerdem die Datacenter-Edition in einer Ausführung mit Neuzuweisungsrecht (Reassignment Rights): Bei ihr klebt das Echtheitszertifikat auf einer Lizenzkarte statt am Server, und die Lizenz darf höchstens einmal in 90 Tagen auf einen anderen Server wechseln. Zusatzlizenzen der Standard-Edition lassen sich laut HPE ebenfalls neu zuweisen, sofern der Zielserver eine Basislizenz für Windows Server 2025 Standard trägt.
HPE-OEM passt, wenn Server und Betriebssystem gemeinsam beschafft werden und die Lizenz bis zur Ablösung des Servers auf ihm bleibt. Wer Lizenzen zwischen Servern verschieben oder je virtueller Maschine lizenzieren will, braucht einen der beiden anderen Wege oder Software Assurance.
Von der Neuzuweisung zu trennen ist die Weitergabe an Dritte, um die es beim Handel mit gebrauchten Lizenzen geht. Die Lizenzbestimmungen sehen sie nur zusammen mit dem lizenzierten Server vor, nehmen in Deutschland erworbene Software davon aber aus: Hier richtet sich die Weitergabe nach dem geltenden Recht. Eine rechtliche Bewertung einzelner Angebote nimmt dieser Leitfaden nicht vor.
Wie viele Kerne muss ich lizenzieren?
Lizenziert werden alle physischen Prozessorkerne des Servers, mindestens aber 8 Kerne je Prozessor und 16 Kerne je Server. Ein Server mit einem Vier-Kern-Prozessor braucht demnach 16 Core-Lizenzen, ein Server mit zwei 16-Kern-Prozessoren 32. Hyper-Threading zählt nicht mit, maßgeblich sind die physischen Kerne. Diese Windows Server Core-Lizenzierung gilt für die Editionen Standard und Datacenter.
HPE bildet das mit zwei Lizenzarten ab. Jeder Server braucht genau eine Basislizenz. Sie deckt 16 Kerne ab und bringt Produktschlüssel und Installationsmedium mit. Kerne darüber hinaus decken Zusatzlizenzen (Additional Licenses) für 2, 4 oder 16 Kerne. Zusatzlizenzen haben keinen eigenen Produktschlüssel und werden nicht aktiviert; sie müssen als Nachweis in ausreichender Zahl vorliegen. Basis- und Zusatzlizenzen müssen dieselbe Edition und Version haben, und eine Basislizenz lässt sich nicht auf zwei Server aufteilen. Zusatzlizenzen sind auch ohne gleichzeitigen Serverkauf erhältlich, etwa wenn später weitere virtuelle Maschinen hinzukommen; die passende Basislizenz muss dann bereits auf dem Server vorhanden sein.
Der Rechenweg hat drei Schritte. Zuerst werden die Kerne jedes Prozessors gezählt und auf mindestens 8 angehoben. Dann werden die Werte aller Prozessoren addiert. Zuletzt wird die Summe auf mindestens 16 angehoben. Was über 16 liegt, decken Zusatzlizenzen.
| Server | Prozessoren | Physische Kerne | Zu lizenzierende Kerne | HPE-OEM-Lizenzen |
|---|---|---|---|---|
| HPE ProLiant ML30 Gen11 | 1 × Intel Xeon E-2434 (4 Kerne) | 4 | 16 (Mindestmenge je Server) | 1 Basislizenz |
| HPE ProLiant DL325 Gen11 | 1 × AMD EPYC 9224 (24 Kerne) | 24 | 24 | 1 Basislizenz und 2 Zusatzlizenzen für je 4 Kerne |
| HPE ProLiant DL380 Gen11 | 2 × Intel Xeon Gold 6526Y (je 16 Kerne) | 32 | 32 | 1 Basislizenz und 1 Zusatzlizenz für 16 Kerne |
Die Tabelle gilt für einen Server ohne Virtualisierung und für bis zu zwei virtuelle Maschinen unter Standard. Wie sich der Bedarf mit weiteren virtuellen Maschinen ändert, zeigt der nächste Abschnitt. Essentials folgt einer eigenen Regel: Eine Lizenz gilt für einen Server mit einem Prozessor und höchstens 10 Kernen.
Standard, Datacenter oder Essentials: Welche Edition passt?
Die Edition richtet sich in erster Linie nach der Zahl der virtuellen Maschinen je Host. Standard erlaubt zwei virtuelle Maschinen, wenn alle Kerne des Servers lizenziert sind, Datacenter beliebig viele. Essentials ist die Einstiegsedition für kleine Unternehmen mit einem einzelnen Server und bis zu 25 Benutzern. Hinzu kommen einige Funktionen, die nur Datacenter enthält.
| Standard | Datacenter | Essentials | |
|---|---|---|---|
| Virtualisierungsrechte | 2 virtuelle Maschinen je vollständiger Lizenzierung aller Kerne; die physische Instanz darf daneben nur die VMs hosten und verwalten | Unbegrenzt viele virtuelle Maschinen | 1 physische Instanz + 1 VM; bei gleichzeitigem Betrieb beider Instanzen darf die physische Installation nur als Hyper-V-Host dienen |
| Lizenzmodell | Je Kern, mindestens 16 | Je Kern, mindestens 16 | Je Server mit 1 Prozessor und höchstens 10 Kernen |
| CALs | Erforderlich | Erforderlich | Nicht erforderlich; begrenzt auf 25 Benutzer oder 50 Geräte |
| Nur in dieser Edition | – | Storage Spaces Direct, Network Controller für Software-defined Networking, Hyper-V-Hosts für abgeschirmte VMs (Shielded VMs) | – |
| Zielgröße | Physische Server und Hosts mit wenigen VMs | Stark virtualisierte Hosts und Cluster | Erster Server im kleinen Unternehmen |
Mehr als zwei virtuelle Maschinen sind auch mit Standard möglich: Für je zwei weitere VMs werden alle Kerne des Servers ein weiteres Mal lizenziert. Daraus ergibt sich der Rechenweg für die Editionswahl. Die Zahl der VMs wird durch zwei geteilt und aufgerundet; so oft muss der Server mit Standard lizenziert werden. Liegt dieser Betrag über dem einer einmaligen Datacenter-Lizenzierung derselben Kerne, ist Datacenter die günstigere Wahl. Die Windows Server Datacenter Lizenzierung folgt demselben Kernmodell wie Standard; die Kernzahl kürzt sich deshalb heraus, und es zählt allein das Preisverhältnis der beiden Editionen. Im Cluster zählt für diese Rechnung die höchste Zahl an VMs, die ein Host aufnehmen kann, also der Ausfallfall. Für eine konkrete Konfiguration rechnet der Vertrieb von Serverhero beide Varianten durch.
Essentials gibt es ausschließlich als OEM-Lizenz, bei HPE als Paket für 10 Kerne. Die Edition eignet sich für einen einzelnen Server mit einem Prozessor, etwa als Datei- und Anmeldeserver. Ihre Grenzen sind fest: höchstens 25 Benutzer oder 50 Geräte, eine virtuelle Maschine, keine Zusatzlizenzen. Die Remote Desktop Services sind mit Essentials nicht lizenziert.
Welche Funktionen die Editionen sonst trennen, steht im Beitrag zu Windows Server 2025 und seinen Editionen; ein eigener Artikel erklärt Storage Spaces Direct als Datacenter-Funktion. Die Produkte selbst führt die Kategorie Windows Server 2025 Editionen im Shop.
Wie lizenziere ich Windows Server 2025 in virtualisierten Umgebungen?
Lizenziert wird der physische Host, auf dem eine virtuelle Maschine läuft. Das gilt bei jedem Hypervisor: Für die Windows Server Lizenzierung unter VMware vSphere gelten dieselben Regeln wie unter Hyper-V oder Proxmox VE. Lizenziert sein müssen die Kerne jedes Hosts, auf dem Windows-VMs laufen können. Wie viele VMs erlaubt sind, ergibt sich aus Edition und Lizenzmenge des jeweiligen Hosts.
Für Cluster hat das eine Folge. Wandert eine VM per Live-Migration, per vMotion oder nach einem Ausfall auf einen anderen Host, wandert die Lizenz nicht mit. Der Zielhost muss schon vorher für alle VMs lizenziert sein, die er aufnehmen kann. Eine HPE-OEM-Lizenz lässt sich dafür nicht kurzfristig umhängen, denn sie bleibt bei ihrem Server.
Ein Beispiel für die Windows Server Lizenzierung virtueller Maschinen im Cluster: Zwei HPE ProLiant DL380 Gen11 mit je 32 Kernen tragen zusammen sechs Windows-VMs. Im Normalbetrieb laufen drei VMs je Host. Fällt ein Host aus, laufen alle sechs auf dem anderen.
| Edition | Lizenzierung je Host | Core-Lizenzen je Host | Core-Lizenzen im Cluster |
|---|---|---|---|
| Standard | Alle 32 Kerne dreifach (für 6 VMs) | 96 | 192 |
| Datacenter | Alle 32 Kerne einfach | 32 | 64 |
Mit drei Hosts gilt dieselbe Logik: Jeder Host wird für die höchste Zahl an VMs lizenziert, die er bei Ausfall oder Wartung eines anderen Hosts trägt.
Seit Oktober 2022 bietet Microsoft zusätzlich die Lizenzierung nach virtuellen Maschinen an. Dabei werden die virtuellen Kerne jeder VM lizenziert, mindestens 8 je VM und 16 je Kunde. Dieses Modell setzt Abonnementlizenzen oder Lizenzen mit aktiver Software Assurance voraus. Für eine HPE-OEM-Lizenz kommt es deshalb nur in Frage, wenn innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf Software Assurance ergänzt wurde.
Die Installation in einer virtuellen Maschine beschreiben die Anleitungen ROK unter VMware installieren und VMs mit ROK-Key installieren; weitere Beiträge stehen im VMware-Wissen.
Wofür brauche ich CALs?
Eine Client Access License (CAL) ist das Recht eines Benutzers oder Geräts, auf die Dienste eines Windows Servers zuzugreifen. Die Serverlizenz erlaubt, die Software zu betreiben; die CAL erlaubt den Zugriff darauf. Bei Windows Server 2025 Standard und Datacenter braucht jeder zugreifende Benutzer oder jedes zugreifende Gerät eine Windows Server CAL, gleich ob der Zugriff direkt oder indirekt über eine andere Anwendung erfolgt.
Keine CAL ist nötig:
- Windows Server erlaubt bis zu zwei gleichzeitige Remote-Desktop-Verbindungen zu administrativen Zwecken, ohne dass hierfür zusätzliche RDS CALs erforderlich sind. Die allgemeinen Windows Server CAL-Anforderungen bleiben davon unberührt
- für bis zu zwei Benutzer oder Geräte, die den Server ausschließlich administrieren
- für Zugriffe auf Web-Workloads, also Inhalte einer öffentlich erreichbaren Website
- für die physische Instanz, die ausschließlich virtuelle Maschinen hostet und verwaltet
- bei der Edition Essentials, die bis zu 25 Benutzer oder 50 Geräte ohne CALs zulässt
Die HPE-OEM-Lizenzen für Standard und Datacenter enthalten keine CALs. HPE bietet sie als Benutzer- oder Geräte-CALs in Paketen zu 1, 5, 10 und 50 Stück an. Sie sind auch ohne gleichzeitigen Serverkauf erhältlich. Eine CAL gilt für den Zugriff auf alle Windows Server im Netzwerk, deren Version sie abdeckt, und ist an keinen einzelnen Server gebunden.
Bei der CAL-Lizenzierung zählt die Version. Eine CAL für Windows Server 2025 berechtigt zum Zugriff auf Windows Server 2025 und ältere Versionen. Eine CAL für Windows Server 2022 genügt dagegen nicht für einen Server, auf dem 2025 läuft. Maßgeblich ist die Version der Software, auf die zugegriffen wird. Die Lizenzbestimmungen regeln das ausdrücklich für das Downgrade: Läuft ein mit 2025 lizenzierter Server mit Windows Server 2022, genügen dafür CALs der Version 2022.
User-CAL oder Device-CAL?
Eine User-CAL lizenziert eine Person, die von beliebig vielen Geräten zugreift. Eine Device-CAL lizenziert ein Gerät, das beliebig viele Personen nutzen. Welche Art passt, zeigt ein Vergleich der beiden Zahlen: Gibt es weniger Benutzer als Geräte, sind User-CALs die kleinere Menge, im umgekehrten Fall Device-CALs.
| Szenario | Verhältnis | Passende CAL-Art |
|---|---|---|
| Feste Arbeitsplätze, eine Person je PC | Benutzer und Geräte gleich | Beide gleichwertig; User-CALs decken spätere Zweitgeräte mit ab |
| Schichtbetrieb, mehrere Personen teilen sich ein Terminal | Mehr Benutzer als Geräte | Device-CAL |
| Mobile Mitarbeiter mit Notebook, Smartphone und PC im Homeoffice | Mehr Geräte als Benutzer | User-CAL |
| Produktion und Lager mit gemeinsam genutzten Scannern oder Stationen | Mehr Benutzer als Geräte | Device-CAL |
Beide Arten dürfen im selben Netzwerk und am selben Server nebeneinander genutzt werden; für kleine Mengen führt HPE einzelne CALs. Jede CAL ist einem bestimmten Benutzer oder Gerät zugeordnet. Die Zuordnung darf frühestens nach 90 Tagen wechseln, früher nur, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder ein Gerät dauerhaft ausfällt.
Wann brauche ich zusätzlich RDS-CALs?
RDS-CALs sind nötig, sobald Benutzer oder Geräte über die Remote Desktop Services (RDS) auf einen Windows Server zugreifen, also Anwendungen oder ganze Desktops auf einem Terminalserver nutzen. Sie kommen zur Server-CAL hinzu: Für eine Remote-Desktop-Sitzung braucht ein Benutzer eine Windows-Server-CAL und eine RDS-CAL. Ausgenommen sind bis zu zwei Zugriffe, die allein der Administration des Servers dienen.
Auch RDS-CALs gibt es je Benutzer oder je Gerät, und die Abwägung ist dieselbe wie bei den Server-CALs. Bei der Windows Terminal Server Lizenzierung gilt für die Version: RDS-CALs müssen mindestens der Version des Sitzungshosts entsprechen, RDS-CALs für 2025 decken auch ältere Sitzungshosts ab. Der Lizenzserver, der die CALs ausgibt, muss mindestens die Version der RDS-CALs haben, die auf ihm installiert werden.
Anders als Server-CALs werden RDS-CALs technisch erfasst. Sie werden mit ihrem Schlüssel auf einem Remote-Desktop-Lizenzserver installiert und aktiviert. Die Einrichtung beschreiben die Anleitungen RDS-Lizenzserver einrichten und RDS-CALs aktivieren.
Welche Downgrade-Rechte habe ich mit HPE-OEM?
Die HPE-OEM-Lizenz für Windows Server 2025 schließt das Recht ein, statt der Version 2025 eine ältere Version zu betreiben, solange Microsoft diese Version noch unterstützt. HPE führt dafür Downgrade-Kits, oft als HPE ROK Downgrade-Kit gesucht, für Windows Server 2022 und Windows Server 2019 in den Editionen Standard und Datacenter. Ein Kit enthält das Installationsmedium und einen eigenen Aktivierungsschlüssel für die ältere Version.
Der typische Fall lautet „2025 lizenzieren, vorerst 2022 betreiben“: Eine Fachanwendung ist noch nicht für 2025 freigegeben, der neue Server soll aber schon die aktuelle Lizenz tragen. Am einfachsten wird ein geplantes Downgrade direkt mitbestellt. Die Kits sind bei HPE eigene Artikel zum Server und zur Basislizenz für 2025, passend zur Lieferform der Basislizenz als Download oder auf Datenträger. Welches Kit zu Server und Basislizenz passt, klärt der Vertrieb von Serverhero mit dem Angebot.
Ergibt sich der Bedarf erst nach dem Kauf, lässt sich das Kit auch nachträglich anfordern. Das gilt auch, wenn es bei der Bestellung nicht mitbestellt wurde. Der Ablauf hat zwei Schritte:
- Sie stellen die Anfrage im Downgrade Fulfillment Portal von HPE.
- Sie senden den Kaufnachweis an wsdowngrade@hpe.com. Wie genau, steht in der automatischen E-Mail, die nach der Anfrage kommt.
Lässt sich im Portal die gewünschte Version nicht auswählen, liegt das oft an mehreren Sprachcodes für dieselbe Sprache. Dann hilft es, einen anderen Sprachcode zu wählen. Den Ablauf beschreibt HPE in seinem Blogbeitrag zu den Downgrade-Rechten.
Der spätere Wechsel auf 2025 ist jederzeit möglich und erfordert keinen neuen Lizenzkauf.
Vier Punkte gehören zur Planung eines Downgrades:
- Es gelten weiter die Lizenzbestimmungen der gekauften Version 2025, etwa bei den Virtualisierungsrechten.
- Der Server muss die Prozessoranforderungen von Microsoft für beide Versionen erfüllen und von HPE für die ältere Version freigegeben sein. Welche Versionen HPE für ein Modell freigibt, zeigt die Support-Matrix von HPE.
- Weder Microsoft noch HPE sind verpflichtet, ein bestimmtes Downgrade-Kit bereitzustellen. Für Essentials listet HPE kein Kit.
- Echtheitszertifikat (COA), Downgrade-Kit und Kaufbeleg sollten aufbewahrt werden. Der Kaufbeleg ist für eine nachträgliche Anfrage nötig.
Wie plane ich Lizenz und HPE-Server gemeinsam?
Weil Windows Server nach Kernen lizenziert wird, legt die Prozessorwahl den Lizenzbedarf für die gesamte Nutzungsdauer des Servers fest. Drei Zusammenhänge sind dabei wichtig. Bis 16 Kerne erfordert ein zusätzlicher Kern keine zusätzliche Lizenz, weil ohnehin die Mindestmenge gilt. Oberhalb von 16 Kernen wächst der Bedarf mit jedem Kern. Und unter Standard wird die volle Kernzahl für jedes weitere VM-Paar erneut fällig.
Ob die Kerne in einem oder in zwei Prozessoren stecken, spielt nur bei kleinen Prozessoren eine Rolle: Zwei Prozessoren mit je 4 Kernen zählen wie 16 Kerne, ein Prozessor mit 32 Kernen zählt wie zwei mit je 16.
Das Beispiel zeigt zwei Ausstattungen desselben HPE ProLiant DL380 Gen11 für einen Host mit sechs Windows-VMs:
| Wenige schnelle Kerne | Viele Kerne | |
|---|---|---|
| Prozessoren | 2 × Intel Xeon Gold 5515+ (je 8 Kerne, 3,2 GHz) | 2 × Intel Xeon Silver 4514Y (je 16 Kerne, 2,0 GHz) |
| Physische Kerne | 16 | 32 |
| Core-Lizenzen Standard für 2 VMs | 16 | 32 |
| Core-Lizenzen Standard für 6 VMs | 48 | 96 |
| Core-Lizenzen Datacenter | 16 | 32 |
Welche Ausstattung die Last besser trägt, hängt von der Anwendung ab. Der Lizenzbedarf für Windows Server ist bei der zweiten Ausstattung in jeder Zeile doppelt so hoch. Serverhero legt Server und Lizenz auf Anfrage gemeinsam aus.
Für eine belastbare Lizenzplanung sind diese Angaben nötig:
- Zahl der Prozessoren und der physischen Kerne je Prozessor
- Zahl der Windows-VMs je Host, im Cluster einschließlich des Ausfallfalls
- Zahl der Benutzer und der Geräte, die auf die Server zugreifen
- Nutzung der Remote Desktop Services und Zahl der betroffenen Benutzer oder Geräte
- die Version, die tatsächlich laufen soll: 2025 oder vorerst ein Downgrade
Häufige Fragen
Kann ich eine HPE-OEM-Lizenz auf einen anderen Server übertragen?
Im Regelfall nicht: Die HPE-OEM-Lizenz ist nach ihren Lizenzbestimmungen dem Server zugewiesen, mit dem sie erworben wurde, und lässt sich keinem anderen Server neu zuweisen. Das gilt auch, wenn der Server außer Betrieb geht. Ausnahmen sind Lizenzen, für die innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf Software Assurance ergänzt wurde, die Datacenter-Ausführung mit Neuzuweisungsrecht (Reassignment Rights) und Zusatzlizenzen der Standard-Edition.
Darf ich ältere CALs für Windows Server 2025 weiterverwenden?
Nein. CALs müssen mindestens der Version des Servers entsprechen, auf den zugegriffen wird; für Windows Server 2025 sind also CALs der Version 2025 nötig. In die andere Richtung funktioniert es: CALs für 2025 decken auch den Zugriff auf Windows Server 2022 und 2019 ab. Wer Server verschiedener Versionen betreibt, kommt deshalb mit CALs der neuesten Version aus.
Kann ich Standard- und Datacenter-Lizenzen auf einem Server kombinieren?
Nein. Alle Kerne eines Servers müssen mit derselben Edition und Version lizenziert sein; Basis- und Zusatzlizenzen verschiedener Editionen lassen sich nicht zusammenrechnen. Wer unter Standard mehr als zwei virtuelle Maschinen braucht, lizenziert alle Kerne ein weiteres Mal mit Standard. Für unbegrenzt viele virtuelle Maschinen wird der Server vollständig mit Datacenter lizenziert.
Müssen CALs registriert oder aktiviert werden?
Nein, Windows-Server-CALs werden weder am Server eingetragen noch aktiviert. Sie sind ein Lizenznachweis: Der Kaufbeleg zeigt, dass genügend Zugriffsrechte vorhanden sind. Jede CAL wird einem Benutzer oder einem Gerät zugeordnet. Anders ist es bei RDS-CALs, die auf einem Remote-Desktop-Lizenzserver installiert und aktiviert werden.
Brauche ich für Remote Desktop nur RDS-CALs oder auch Server-CALs?
Beides. Die RDS-CAL ergänzt die Windows-Server-CAL und ersetzt sie nicht. Jeder Benutzer oder jedes Gerät, das über die Remote Desktop Services arbeitet, braucht eine Server-CAL für den Zugriff auf Windows Server und zusätzlich eine RDS-CAL für die Sitzung. Nur bis zu zwei Zugriffe zur Administration des Servers sind ohne beide CALs erlaubt.
Wie wird Windows Server 2025 als HPE-OEM installiert und aktiviert?
Installiert wird vom Installationsmedium von HPE, aktiviert mit dem Produktschlüssel vom Echtheitszertifikat am Server. Bei bestehender Internetverbindung läuft die Aktivierung nach Eingabe des Schlüssels automatisch, sonst telefonisch. Zusatzlizenzen und Server-CALs werden nicht aktiviert. Die Installation in virtuellen Maschinen beschreiben die Anleitungen ROK unter VMware installieren und VMs mit ROK-Key installieren.
Quellen: Lizenzierungsübersicht zu Windows Server 2025 und Vergleich der Editionen sowie die OEM-Lizenzbestimmungen für Windows Server 2025 von Microsoft; von HPE die QuickSpecs zu Microsoft Windows Server 2025 in Version 7 vom 21. September 2026 und die „HPE FAQ for Microsoft OEM licensing – Windows Server“; abgerufen am 8. Oktober 2026. Lizenzbedingungen ändern sich. Maßgeblich sind die Produktbestimmungen von Microsoft und die Lizenzbestimmungen, die der Lizenz beiliegen.
Sie planen einen HPE ProLiant mit Windows Server 2025? Basislizenzen, Zusatzlizenzen und CALs samt aktueller Preise stehen auf der Seite HPE Windows Server 2025 Lizenzen. Für Fragen zur eigenen Konfiguration, etwa zur Zahl der Core-Lizenzen, zur passenden CAL-Menge oder zu einem Downgrade, ist der Vertrieb von Serverhero der richtige Ansprechpartner. Lizenz und Server werden dort gemeinsam geplant, mit einem Ansprechpartner von der Technik bis zum Kaufmännischen. In Grenzfällen sind die Produktbestimmungen von Microsoft maßgeblich.