MS Windows ROK-Lizenz in VMware auf HPE-Servern installieren

Wir erhalten immer wieder Fragen zu ROK-Installationen unter VMs. Daher erschien es uns sinnvoll, diese Fragen mit allgemeinen Informationen zu ROK Lizenzen, VMware und ROK keys sowie einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zu beantworten, um die Suche nach Lösungen für eine ROK Lizenz unter VMware auf HPE-Hardware zu erleichtern.


Info-iHINWEIS:
In dieser Anleitung geben wir die auszuwählenden Optionen bzw. Schaltflächenbezeichnungen zweisprachig im Format „Deutsch“ (Englisch) an, um eine größtmögliche Reichweite zu gewährleisten.


1. ROK: Grundlagen

Für Hardware großer Hersteller wie z. B. HPE gibt es optimierte Betriebssystemversionen von Microsoft. Diese angepassten Betriebssysteme werden als ROK (Reseller Option Kit) bezeichnet, sind jedoch günstiger und können auch separat ohne die dazugehörige Hardware erstanden werden (entsprechen jedoch der Microsoft System Builder Version).Die ROK-Lizenz gehört zu den OEM-Lizenzen, wird aber unter dem Namen eines Hardware-Herstellers (z.B. HPE) verkauft. Früher waren die ROK-Versionen per BIOS-Lock an eine Hardware gebunden. Diese Bindung wurde mit Windows Server 2016 aufgehoben. Lizenzrechtlich ist eine ROK seitdem identisch zur OEM-Lizenz.

Ein Reseller Option Kit enthält neben dem Medium und dem Echtheitszertifikat (COA) mit Aktivierungs-Key noch die Lizenzbedingungen, die gemäß einem Urteil aus dem Jahr 2000 in Deutschland keine vollständige Gültigkeit haben:
Laut dem Rechtsspruch dürfen ROK-Lizenzen entgegen der Herstellerbedingungen auf sämtlicher Hardware installiert und angewendet werden. (Quelle: UrhG § 69c Nr. 3 Satz 2, § 17 Abs. 2, § 32).

Damit wurde die ROK-Lizenz attraktiver. Sie ist sehr flexibel und günstig im Markt für Windows Server Lizenzen und CALs (Zugriffslizenzen), denn es gelten die identischen Rechte für alle OEM-Kunden, d.h. unabhängig von der Lizenzart (COEM, OEM oder ROK) haben alle OEM-Lizenzen dieselben Endkunden-Nutzungsbedingungen. ROK-Lizenzen dürfen laut deutschem Recht auch ohne Hardware gehandelt und bereits bestehender Hardware zugewiesen werden. Jede OEM Client Access Lizenz (CAL und RDS CAL) erlaubt den Zugriff auf jeden Windows Server – unabhängig vom Hersteller bzw. davon, ob das Betriebssystem über OEM oder Volumenlizenz lizenziert ist.

Das ROK wird vom Kunden selbst installiert und mit dem im Lieferumfang enthaltenen Key (Lizenzschlüssel) ordnungsgemäß registriert bzw. lizenziert. Da es sich hierbei um hardwareangepasste Betriebssysteme handelt, können verlorengegangen Keys nicht bei Microsoft neu bestellt werden, da Microsoft von Anfang an nicht über diese Keys verfügt.

2. ROK und virtuelle Systeme

Grundsätzlich sind ROK-Versionen nicht neu. Etwas komplizierter gestalten sich ROK allerdings in VM-Umgebungen mit mehreren Knoten. Hierbei muss beachtet werden, dass für die Live-Migration mit vMotion eine Windows Server Datacenter-Lizenz für jeden einzelnen Knoten erforderlich ist!
Hierbei funktioniert jedoch der BIOS-Lock technisch nicht, da die VM ihr eigenes VMware-BIOS hat und nicht „weiß“, auf welcher Hardware sie installiert ist.
Dies wird durch die folgende Meldung angezeigt (HPE):

This system is not a supported platform.
(Bei diesem System handelt es sich nicht um eine unterstützte Plattform.)

3. BIOS-Informationen an VM geben

Die VM benötigt Informationen über die Hardware, auf der sie installiert ist. Dazu sind Änderungen an der VMX-Datei der VM erforderlich:

  • Den Datenspeicher der VM auswählen und mit „Browse Datastore“ (Datenspeicher durchsuchen) öffnen.
  • Im Datenspeicher die VMX-Datei auswählen und durch Klick auf „Download“ (Herunterladen) lokal speichern.

Die VMX-Datei mit einem Editor wie Notepad, Notepad++ oder ähnlichen Editoren (nicht Word!) bearbeiten (in Abhängigkeit vom Betriebssystem sind jeweils verschiedene Änderungen nötig, da die neuere ROK-Betriebssysteme ab Windows Server 2008 mehr Parameter benötigen). Die verschiedenen Optionen zur Bearbeitung sind hier aufgeführt:

3.1. Systeme vor Server 2008R2

SMBIOS.reflectHost = "TRUE"

Wenn in der Konfigurationsdatei einer virtuellen Maschine die Option SMBIOS.reflectHost = "TRUE" gesetzt wird, stimmen die SMBIOS-Informationen zu Produkt und Hersteller der virtuellen Maschine mit den SMBIOS-Informationen des Servers überein.

3.2. Systeme ab Server 2008R2

SMBIOS.reflectHost = "TRUE"
SMBIOS.noOEMStrings = "TRUE"

Durch das Setzen der Option smbios.noOEMstrings = "TRUE" beendet die VM das Melden des OEM-Schlüssels in SMBIOS-Daten, so dass keine Microsoft-OEM-Prüfungen stattfinden und den Vorgang verhindern.

Diese Option kann zusammen mit smbios.reflectHost als Alternative zu smbios.addHostVendor verwendet werden.

Alternativ kann auch folgender Eintrag verwendet werden:
SMBIOS.addHostVendor = "TRUE"

Wenn smbios.addHostVendor = "TRUE", dann ist ein Hostsystem-Anbieter in SMBIOS-Tabellen auch ohne smbios.reflectHost vorhanden, und zwar in dem Feld, das Microsoft (Hyper V) für den Systemanbieter des Hosts verwendet.

4. HPE ProLiant Server mit Windows ROK Lizenz

Problem:
Die Installation der Lizenz kann nicht funktionieren, wenn der Windows-Server auf einem Hypervisor installiert ist. Da der Windows-Server die „Hardware“ nicht als ProLiant-Server erkennt, ist die Lizenzierung nicht möglich.

Lösung:
Durch Hinzufügen eines Konfigurationsparameters „glaubt“ die virtuelle Maschine, dass sie auf echter Hardware läuft.

Im Folgenden wird das Verfahren für den Hypervisor VMware beschrieben.

5. VMware (ESX / ESXi)

Nachdem die virtuelle Maschine erstellt wurde:

  • „Edit Settings“ (Einstellungen bearbeiten) öffnen
  • „Options“ (Optionen) aufrufen


Eigenschaften der Virtuellen Maschine (Virtual Machine Properties)
 

  • Unter „Advanced (Erweitert) den Eintrag „General“ (Allgemein) auswählen
  • Bei „Configuration Parameters“ (Konfigurationsparameter) eine Zeile hinzufügen und „SMBIOS.reflecthost“ als Namen und „TRUE“ als Wert eingeben.

Konfigurationsparameter (Configuration Parameters)
Klick auf „Konfigurationsparameter“ (Configuration Parameters)

Neuer Eintrag
Neuer Eintrag „SMBIOS.reflecthost“ = „TRUE“

  • Alternativ:

SMBIOS.ReflectHost = "TRUE" in der VMX-Datei (.vmx) der VM eintragen.

- Dazu auf Datastore (vSphere Client) rechtsklicken und auf „Browse Datastore …“ (DataStore durchsuchen …) klicken.

Rechtsklick auf „Browse Datastore …“ (DataStore durchsuchen …)
Rechtsklick auf „Browse Datastore …“ (DataStore durchsuchen …)

- Den Ordner der VM öffnen und die VMX-Datei durch Klick auf „Download“ (Herunterladen) speichern.

Download der VMX-Datei
Download der VMX-Datei

- Die VMX-Datei in einem Texteditor (Notepad, Notepad++) öffnen und in der letzten Zeile smbios.reflecthost = „TRUE“ eintragen.

VMX-Datei im Texteditor mit neuem Eintrag
VMX-Datei im Texteditor mit neuem Eintrag smbios.reflecthost = „TRUE“

- Die Änderungen speichern und die geänderte VMX-Datei in den Datastore hochladen.
(Falls eine Warnmeldung angezeigt wird, diese durch Klick auf „Yes“ (Ja) bestätigen.)

- Die originale VMX-Datei wird durch das Hochladen der geänderten VMX-Datei überschrieben und die Änderungen werden dadurch wirksam.

- Die VM neu starten.

Die Installation sollte jetzt ohne Probleme funktionieren.


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Des Weiteren haben wir noch folgende Anleitungen zu anderen Systemen mit ROK-Lizenzen in unserer Rubrik „Wissen“:

Falls Sie sich direkt an HPE wenden möchten, finden Sie hier die HPE-Kontaktinformationen.

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Sebastian Mutz

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