Die ThinkSystem-Reihe umfasst sechs aktuelle Lenovo Server mit AMD EPYC: die Rack-Modelle SR635 V3, SR645 V3, SR655 V3, SR665 V3 und SR675 V3 sowie den Tower ST45 V3. Sie unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: der Bauhöhe, der Zahl der Prozessorsockel und der Frage, ob das Gehäuse auf Laufwerke, auf Grafikbeschleuniger oder auf den Betrieb im Büro ausgelegt ist.
Kurzüberblick: Die AMD-Reihe besteht aus den Rack-Modellen SR635 V3, SR645 V3, SR655 V3, SR665 V3 und SR675 V3 und dem Tower ST45 V3. Die Rack-Modelle arbeiten mit AMD EPYC 9004 und 9005 mit bis zu 160 Kernen je Sockel, der ST45 V3 mit AMD EPYC 4004 und 4005 mit bis zu 16 Kernen. Mit EPYC 9005 sind bis 3 TB DDR5-Arbeitsspeicher mit einem Sockel und bis 6 TB mit zwei Sockeln möglich, beim ST45 V3 bis 64 GB. Die Modelle unterscheiden sich in der Bauhöhe (1, 2 oder 3 HE), der Sockelzahl (1 oder 2) und im Platz für Laufwerke und GPUs. Stand der Daten: Lenovo Press Product Guides, abgerufen am 6. Oktober 2026.
Das Lenovo-ThinkSystem-Portfolio mit AMD EPYC im Überblick
Lenovo ThinkSystem ist die Server-Familie des Herstellers für Rechenzentrum, Serverraum und Büro. Die Lenovo-AMD-Server dieser Familie tragen derzeit alle den Zusatz V3 und bilden zwei Gruppen: fünf Lenovo Rack-Server mit AMD EPYC der Serien 9004 und 9005 und einen Lenovo Tower-Server mit der kleineren Serie 4004/4005. Was die Generationen der 9000er-Serie und ihrer Vorgänger voneinander trennt, beschreibt der Beitrag AMD EPYC Server im Vergleich. Dieser Artikel behandelt die Gehäuse, in denen die Prozessoren arbeiten.
Vier der Rack-Modelle sind Allzweck-Server. Sie lassen sich über zwei Merkmale einordnen, die Bauhöhe und die Sockelzahl. Dazu kommen eine GPU-Plattform und der Tower:
| 1 Sockel | 2 Sockel | |
|---|---|---|
| 1 HE | SR635 V3 | SR645 V3 |
| 2 HE | SR655 V3 | SR665 V3 |
| 3 HE (GPU-Plattform) | – | SR675 V3 |
| Tower | ST45 V3 | – |
Jeder Lenovo EPYC Server aus dieser Matrix ist als frei konfigurierbares Grundmodell erhältlich, die meisten zusätzlich in vorkonfigurierten Ausführungen.
Außerhalb der Matrix stehen Spezialsysteme, die dieser Vergleich nicht vertieft: der Multi-Node-Server SD535 V3 mit vier Ein-Sockel-Knoten auf zwei Höheneinheiten, der wassergekühlte SD665 V3 für Hochleistungsrechnen und der ThinkEdge SE455 V3 für Edge-Standorte. Den SR685a V3, einen 8-HE-Server für acht GPUs, führt Lenovo seit September 2026 als aus dem Vertrieb genommen. Weitere Beiträge zum Hersteller sammelt die Übersicht Lenovo-Wissen.
Was SR, ST, die Ziffern und V3 in der Modellbezeichnung bedeuten
Eine Bezeichnung wie „ThinkSystem SR645 V3“ besteht aus drei Teilen: zwei Buchstaben, einer Nummer und dem Generationszusatz.
Die Buchstaben nennen die Bauform. SR steht für einen Rack-Server, ST für einen Tower-Server.
Die Ziffern ordnen das Modell innerhalb der Reihe ein. Eine offizielle Entschlüsselung hat Lenovo dazu, soweit ersichtlich, nicht veröffentlicht; das Muster lässt sich aber am Portfolio ablesen. Die Nummern aller AMD-Modelle enden auf 5, auch die des Towers ST45 V3. Bei den AMD-Rack-Servern der 600er-Klasse zeigt die mittlere Ziffer die Kombination aus Bauhöhe und Sockelzahl:
| Mittlere Ziffer | Bauhöhe | Sockel | Modell |
|---|---|---|---|
| 3 | 1 HE | 1 | SR635 V3 |
| 4 | 1 HE | 2 | SR645 V3 |
| 5 | 2 HE | 1 | SR655 V3 |
| 6 | 2 HE | 2 | SR665 V3 |
| 7 | 3 HE, GPU-Plattform | 2 | SR675 V3 |
Der Zusatz V3 bezeichnet die ThinkSystem-Generation. Bei SR635, SR645, SR655 und SR665 folgt V3 direkt auf die erste Generation, die keinen Zusatz trägt und mit AMD EPYC 7002 und 7003 arbeitet. Ein V2 gab es bei diesen Modellen nicht. SR675 V3 und ST45 V3 haben keinen Vorgänger gleichen Namens.
Zwei Beispiele: Der SR645 V3 ist ein Rack-Server (SR) mit einer Höheneinheit und zwei Sockeln (4) auf AMD-Basis (5) in der Generation V3. Der SR655 V3 ist ein Rack-Server mit zwei Höheneinheiten und einem Sockel. Steht in einem Angebot nur „SR665“ ohne Zusatz, kann die erste Generation gemeint sein, deren Prozessoren und Arbeitsspeicher nicht in ein V3-Gehäuse passen. Eindeutig ist der Maschinentyp: 7D9A oder 7D9B steht für den SR665 V3.
Die Modelle im direkten Vergleich
Die Tabelle stellt die Maximalwerte der sechs Modelle nebeneinander. Nicht jeder Maximalwert lässt sich mit jedem anderen kombinieren; so schließen GPUs in den 2-HE-Modellen die mittleren und hinteren Laufwerksschächte aus. Die GPU-Zahlen beziehen sich auf die Karten, die Lenovo aktuell führt.
| Modell | Bauform | Sockel | EPYC-Serie | Max. Kerne | Arbeitsspeicher | Laufwerksschächte | GPUs | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SR635 V3 | Rack, 1 HE | 1 | 9004 / 9005 | 160 | 12 DIMMs, bis 3 TB | bis 12 × 2,5 Zoll oder 16 × E1.S | bis 4 einfach breite, je bis 75 W | Web- und Container-Hosts, NVMe-Datenbanken |
| SR645 V3 | Rack, 1 HE | 2 | 9004 / 9005 | 160 je CPU | 24 DIMMs, bis 6 TB | bis 12 × 2,5 Zoll, 4 × 3,5 Zoll oder 16 × E1.S | bis 4 einfach breite, je bis 75 W | Virtualisierungscluster, Hosting, Rechenknoten |
| SR655 V3 | Rack, 2 HE | 1 | 9004 / 9005 | 160 | 12 DIMMs, bis 3 TB | bis 40 × 2,5 Zoll oder 20 × 3,5 Zoll | bis 8 einfach breite oder 3 doppelt breite; nur mit Prozessoren bis 300 W TDP | Storage-Knoten, Backup, Datenbanken |
| SR665 V3 | Rack, 2 HE | 2 | 9004 / 9005 | 160 je CPU | 24 DIMMs, bis 6 TB | bis 40 × 2,5 Zoll oder 20 × 3,5 Zoll | bis 7 einfach breite oder 3 doppelt breite | Virtualisierung, Datenbanken, Software-defined Storage |
| SR675 V3 | Rack, 3 HE | 2 | 9004 / 9005 | 160 je CPU | 24 DIMMs, bis 6 TB | je nach GPU-Ausbau 8 × 2,5 Zoll, 6 × E1.S oder 4 × E3.S | bis 8 doppelt breite | KI-Training, Inferenz, Simulation |
| ST45 V3 | Tower | 1 | 4004 / 4005 | 16 | 2 DIMMs, bis 64 GB | 3 × 3,5 Zoll und 1 × 2,5 Zoll, nicht hot-swap-fähig | keine | Datei-, Anwendungs- und Backup-Server im Büro |
Quelle: Lenovo Press Product Guides LP1609 (SR635 V3), LP1607 (SR645 V3), LP1610 (SR655 V3), LP1608 (SR665 V3), LP1611 (SR675 V3) und LP1994 (ST45 V3), abgerufen am 6. Oktober 2026.
Prozessoren und Speicher je Sockel sind bei den fünf Rack-Modellen gleich: bis zu 160 Kerne und zwölf DIMM-Steckplätze je Prozessor. Die Speicher-Maximalwerte gelten mit EPYC 9005, mit EPYC 9004 ist es die Hälfte. Die Unterschiede liegen im Gehäuse. Eine Höheneinheit begrenzt Laufwerke und Steckkarten, zwei Höheneinheiten schaffen Platz für bis zu 40 Laufwerke und doppelt breite GPUs, und die drei Höheneinheiten des SR675 V3 sind ganz auf Beschleuniger ausgelegt. Der ST45 V3 gehört mit 16 Kernen und 64 GB in eine andere Klasse.
Die Modelle im Kurzprofil
ThinkSystem SR635 V3
Der Lenovo ThinkSystem SR635 V3 bringt einen EPYC-Sockel auf einer Höheneinheit unter. Eingesetzt wird er als Web-, Applikations- und Container-Host sowie für Datenbanken auf NVMe, wenn ein Prozessor mit bis zu 160 Kernen ausreicht. Bis zu 12 NVMe-SSDs im 2,5-Zoll-Format oder 16 im Format E1.S hängen ohne Überbuchung direkt am Prozessor. Vom SR645 V3 trennt ihn der zweite Sockel, vom SR655 V3 das größere Gehäuse mit 40 statt 12 Schächten im 2,5-Zoll-Format. Seine Grenze: 3,5-Zoll-Laufwerke sieht Lenovo für dieses Modell nicht vor, und Grafikbeschleuniger sind auf einfach breite Karten bis 75 W beschränkt. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem SR635 V3.
ThinkSystem SR645 V3
Zwei Sockel mit zusammen bis zu 320 Kernen und 6 TB Arbeitsspeicher bringt der Lenovo ThinkSystem SR645 V3 auf einer Höheneinheit unter. Gedacht ist er für Virtualisierungscluster, Hosting-Anbieter und Rechenknoten, also für Umgebungen, in denen Kerne und Speicher je Höheneinheit zählen. Prozessoren und Speicherausbau entsprechen dem SR665 V3, das Gehäuse ist halb so hoch. Dafür bleibt es bei 12 Laufwerken im 2,5-Zoll-Format, vier im 3,5-Zoll-Format oder 16 im Format E1.S, bei höchstens fünf PCIe-Steckplätzen und einfach breiten GPUs. Die Höchstwerte für Laufwerke und Steckkarten schließen sich gegenseitig aus. Wer viel lokalen Speicher oder doppelt breite Beschleuniger braucht, stößt hier an die Grenze. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem SR645 V3.
ThinkSystem SR655 V3
Der Lenovo ThinkSystem SR655 V3 verbindet einen einzelnen Sockel mit dem Platz eines 2-HE-Gehäuses. Bis zu 40 Laufwerke im 2,5-Zoll-Format oder 20 im 3,5-Zoll-Format machen ihn zum Storage-Knoten, Backup-Ziel oder Datenbankserver; bis zu 24 NVMe-SSDs sind ohne Überbuchung angebunden. Anders als der SR635 V3 nimmt er bis zu drei doppelt breite GPUs auf, allerdings nur zusammen mit einem Prozessor bis 300 W TDP. Gegenüber dem SR665 V3 fehlen der zweite Prozessor und damit die Hälfte der Speicherbänke. Die Grenze liegt bei 12 DIMMs und 3 TB Arbeitsspeicher. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem SR655 V3.
ThinkSystem SR665 V3
Der Lenovo ThinkSystem SR665 V3 ist das Allzweck-Modell mit zwei Sockeln und zwei Höheneinheiten, bis zu 320 Kernen und 6 TB Arbeitsspeicher. Im Einsatz ist er als Virtualisierungshost, Datenbankserver und Knoten in Storage-Clustern. Mit bis zu 32 NVMe-SSDs ohne Überbuchung und 12 PCIe-Steckplätzen bietet er bei NVMe und Steckkarten mehr Ausbau als die drei anderen Allzweck-Modelle; bei den Laufwerksschächten liegt er mit bis zu 40 gleichauf mit dem SR655 V3. Die Höchstwerte gelten für unterschiedliche Konfigurationen. Er läuft auch mit einem Prozessor und lässt sich später um den zweiten ergänzen; bis dahin stehen 12 Speicherbänke, bis zu fünf PCIe-Steckplätze und ein Teil der Laufwerksanschlüsse zur Verfügung. Bei drei doppelt breiten GPUs endet der Ausbau; drei Karten ab 300 W lassen sich mit Prozessoren ab 320 W TDP nur wassergekühlt betreiben. Mehr GPUs nimmt erst der SR675 V3 auf. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem SR665 V3.
ThinkSystem SR675 V3
Als GPU-Plattform der Reihe bringt der Lenovo ThinkSystem SR675 V3 drei Höheneinheiten, zwei Sockel und Platz für bis zu acht doppelt breite Grafikbeschleuniger mit. Gedacht ist er für KI-Training und Inferenz, Simulation und Rendering. Wie viele Laufwerke passen, hängt vom GPU-Ausbau ab: acht 2,5-Zoll-Schächte im Modell für vier GPUs, sechs E1.S- oder vier E3.S-Schächte im Modell für acht. Mit dem SR675i V3 führt Lenovo eine feste Inferenz-Konfiguration desselben Servers mit acht NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition. Die frühere Variante mit NVIDIA HGX H200 hat Lenovo laut Product Guide im Juli 2026 aus dem Vertrieb genommen. Als Allzweck-Server eignet sich das Modell wegen des knappen Laufwerksplatzes kaum. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem SR675 V3.
ThinkSystem ST45 V3
Als einziger Tower der AMD-Reihe ist der Lenovo ThinkSystem ST45 V3 mit 17 Zentimetern Breite kaum größer als ein Büro-PC. Ein AMD EPYC der Serie 4004 oder 4005 mit bis zu 16 Kernen bei 65 W und bis zu 64 GB Arbeitsspeicher reichen für Datei-, Druck- und Anwendungsdienste oder ein lokales Backup-Ziel in Büro, Praxis und Filiale. Ein Rack braucht er nicht. Die Grenzen sind deutlich: kein XClarity Controller für die Fernwartung, ein fest verbautes Netzteil ohne Redundanz, keine GPU-Unterstützung und Laufwerke, die sich nicht im Betrieb tauschen lassen. Mehr zur Modellreihe: Lenovo ThinkSystem ST45 V3.
Welche EPYC-Generation steckt in welchem Modell?
Den Modellen ordnet Lenovo zwei Prozessorfamilien zu. Die Tabelle zeigt, welche Serie in welchem Gehäuse läuft und wie viele Kerne Lenovo dort jeweils unterstützt.
| EPYC-Serie | Einordnung | ThinkSystem-Modelle | Kerne je Prozessor |
|---|---|---|---|
| AMD EPYC 9004 | 4. Generation (Genoa, Bergamo) | SR635 V3, SR645 V3, SR655 V3, SR665 V3, SR675 V3 | bis 128 |
| AMD EPYC 9005 | 5. Generation (Turin) | SR635 V3, SR645 V3, SR655 V3, SR665 V3, SR675 V3 | bis 160 |
| AMD EPYC 4004 | Einstiegsserie der 4. Generation (Zen 4) | ST45 V3 | bis 12 |
| AMD EPYC 4005 | Einstiegsserie der 5. Generation (Zen 5, Grado) | ST45 V3 | bis 16 |
Im selben Gehäuse nehmen die fünf Rack-Modelle beide 9000er-Serien auf. Arbeitsspeicher mit 6400 MHz setzt die Serie 9005 voraus. Die Serie EPYC 8004 kommt in keinem dieser Modelle vor; Lenovo setzt sie im Edge-Server ThinkEdge SE455 V3 ein. Wie sich die Generationen in Architektur und Leistung unterscheiden, steht im Beitrag zu den EPYC-Generationen im Vergleich.
Welches Modell für welchen Workload?
Die folgende Zuordnung ist eine Orientierung. Jede Zeile nennt das Merkmal aus Vergleichstabelle oder Kurzprofil, auf dem sie beruht; ob eine Konfiguration trägt, entscheidet die Dimensionierung im Einzelfall.
| Einsatz | Naheliegende Modelle | Merkmal aus dem Vergleich |
|---|---|---|
| Virtualisierung | SR645 V3, SR665 V3; mit einem Sockel SR635 V3 oder SR655 V3 | Bis zu 320 Kerne und 6 TB je Host mit zwei Sockeln, 160 Kerne und 3 TB mit einem |
| Datenbanken | SR665 V3, SR655 V3 | Bis zu 32 beziehungsweise 24 NVMe-SSDs ohne Überbuchung |
| Speicherintensive Anwendungen (In-Memory) | SR665 V3, SR645 V3 | 24 DIMM-Steckplätze, bis 6 TB Arbeitsspeicher |
| Storage, Backup und Dateidienste | SR655 V3, SR665 V3 | Bis zu 20 Schächte für 3,5 Zoll oder 40 für 2,5 Zoll |
| GPU- und KI-Workloads | SR675 V3; für Inferenz auch SR665 V3 und SR655 V3 | Acht doppelt breite GPUs im SR675 V3, drei in den 2-HE-Modellen (im SR655 V3 nur mit Prozessoren bis 300 W TDP) |
| Einstieg im KMU | ST45 V3 | Tower für das Büro, 16 Kerne, 64 GB, drei 3,5-Zoll-Schächte |
Ein oder zwei Sockel? Worauf es bei der Auswahl ankommt
In diesen Servern unterstützt Lenovo Prozessoren der Serie 9005 mit bis zu 160 Kernen. Viele Aufgaben, für die früher zwei Prozessoren üblich waren, passen damit in ein Ein-Sockel-Modell wie den SR635 V3 oder den SR655 V3. Der zweite Sockel im SR645 V3 und im SR665 V3 verdoppelt die Obergrenze auf 320 Kerne.
Beim Arbeitsspeicher wirkt die Sockelzahl direkter. Jeder Prozessor bindet zwölf DIMM-Steckplätze an. Mit gängigen 64-GB-Modulen kommt ein Sockel auf 768 GB, zwei Sockel kommen auf rund 1,5 TB; die Maximalwerte von 3 und 6 TB setzen 256-GB-Module voraus, die Lenovo aktuell nur für die Serie 9005 führt. Mit der Serie 9004 ist bei der Hälfte Schluss. SR645 V3 und SR665 V3 laufen auch mit einem Prozessor; ein zweiter lässt sich nachrüsten, außer bei Ein-Sockel-Prozessoren mit P-Suffix. Bis dahin sind die zwölf Steckplätze des ersten Prozessors, ein Teil der PCIe-Steckplätze und ein Teil der Laufwerksanschlüsse nutzbar. Den vollen Laufwerksausbau gibt es nur mit beiden Prozessoren.
Für die Software-Lizenzierung zählt, wonach abgerechnet wird. Bei Abrechnung je Sockel, wie sie etwa Proxmox VE für seine Subskriptionen nutzt, halbiert ein Ein-Sockel-Server diesen Posten. Bei Abrechnung je Kern, üblich bei VMware vSphere, Windows Server und SQL Server, spielt die Sockelzahl kaum eine Rolle. Dort zählen die Kerne, oft mit einer Mindestmenge je Prozessor. Für solche Fälle gibt es taktoptimierte EPYC-Varianten mit wenigen schnellen Kernen, etwa den EPYC 9175F mit 16 Kernen. Lizenzbedingungen ändern sich; maßgeblich sind die Konditionen des Softwareherstellers zum Kaufzeitpunkt.
Vorkonfiguriert oder Configure-to-Order?
Lenovo liefert die ThinkSystem-Server auf zwei Wegen. Bei Configure-to-Order (CTO) steht am Anfang ein Grundmodell mit der Gehäusevariante, beim SR665 V3 für bis zu 24 Schächte im 2,5-Zoll-Format oder bis zu 12 im 3,5-Zoll-Format in der Front. Prozessor, Arbeitsspeicher, Laufwerke, Controller, Netzwerkkarten und Netzteile kommen im Konfigurator dazu, gebaut wird nach Auftrag. Vorkonfigurierte Modelle tragen eine feste Modellnummer mit definierter Ausstattung; bei Serverhero laufen sie unter dem Kürzel BTO.
Bei Flexibilität und Lieferzeit zeigt sich der Unterschied. Ein vorkonfiguriertes Modell kann im Lager liegen und ist dann in der Regel schneller verfügbar, deckt aber nur gängige Ausstattungen ab. Ein CTO-System passt genau zum Bedarf, seine Lieferzeit hängt von den gewählten Komponenten ab. Lenovo führt für beide Wege Schnelllieferprogramme: Top Choice Stock für fertig gebaute Systeme in der Distribution und Top Choice Express für CTO-Konfigurationen aus einer Auswahl schnell lieferbarer Komponenten. Für den SR675 V3 gilt stattdessen das Programm AI Express mit vorab validierten KI-Konfigurationen.
Die ersten vier Zeichen der Modellnummer bilden den Maschinentyp. Er zeigt die Basisgarantie: Beim SR665 V3 steht 7D9A für drei Jahre und 7D9B für ein Jahr.
Für eine Konfiguration sind diese Angaben nötig:
- Einsatzzweck und Größenordnung, etwa die Zahl der virtuellen Maschinen oder Nutzer
- Prozessor: Kernzahl und Takt, ein oder zwei Sockel
- Arbeitsspeicher: Kapazität heute und geplanter Ausbau
- Laufwerke: Anzahl, Typ (NVMe, SAS, SATA) und RAID-Level
- Netzwerk und Erweiterungen: Ports, Geschwindigkeit, GPUs
- Betrieb: Netzteil-Redundanz, Betriebssystem oder Hypervisor, Garantie- und Servicestufe
Management, Garantie und Betrieb
Die fünf Rack-Modelle teilen sich die Verwaltungsumgebung. Jeder Server trägt mit dem Lenovo XClarity Controller 2 (XCC2) einen eigenen Management-Prozessor mit separatem Netzwerkanschluss. Darüber lässt sich das System unabhängig vom Betriebssystem ein- und ausschalten, überwachen und mit Firmware versorgen. Die Fernkonsole mit virtuellen Medien gehört zur Stufe XCC Platinum, die beim SR675 V3 zum Standard zählt. Mehrere Server lassen sich mit Lenovo XClarity One oder dem weiterhin unterstützten XClarity Administrator zentral verwalten. Der ST45 V3 hat keinen XClarity Controller; Einrichtung und Firmware-Updates laufen über den USB-gestützten XClarity Provisioning Manager Lite, die laufende Verwaltung über das Betriebssystem.
Bei der Garantie gilt für alle sechs Modelle dasselbe Schema. Je nach Maschinentyp gilt eine Basisgarantie von drei Jahren oder einem Jahr. Sie umfasst vom Kunden tauschbare Teile und Vor-Ort-Service mit Reaktion am nächsten Werktag zu Geschäftszeiten und lässt sich um kürzere Reaktionszeiten und längere Laufzeiten erweitern. Beim SR675 V3 nimmt Lenovo GPU-bezogene Serviceanfragen von diesen Reaktionszeiten aus. Welche Stufen es gibt, beschreibt der Beitrag zu den Lenovo Support Services; wie die Registrierung abläuft, steht in der Anleitung Lenovo-Garantieerweiterung aktivieren.
Wo die Modelle an Grenzen stoßen und welches System dann passt
Jede Bauform endet an einer bestimmten Stelle. Die Übersicht nennt diese Stelle und das Modell der Reihe, das dann in Frage kommt.
| Grenze | Betrifft | Nächstes Modell der Reihe |
|---|---|---|
| Nur einfach breite GPUs bis 75 W | SR635 V3, SR645 V3 | SR655 V3 oder SR665 V3 mit bis zu drei doppelt breiten GPUs |
| Höchstens 12 Laufwerke im 2,5-Zoll-Format | SR635 V3, SR645 V3 | SR655 V3 oder SR665 V3 mit bis zu 40 |
| 12 DIMM-Steckplätze, 3 TB Arbeitsspeicher | SR635 V3, SR655 V3 | SR645 V3 oder SR665 V3 mit 24 Steckplätzen und 6 TB |
| Höchstens drei doppelt breite GPUs; mit GPUs entfallen die mittleren und hinteren Laufwerksschächte, im SR655 V3 sind zudem nur Prozessoren bis 300 W TDP zulässig | SR655 V3, SR665 V3 | SR675 V3 mit bis zu acht |
| Wenig Platz für Laufwerke | SR675 V3 | SR665 V3 als Daten- oder Storage-Knoten daneben |
| 64 GB Arbeitsspeicher, kein Hot-Swap, kein Management-Controller für die Fernwartung, ein Netzteil | ST45 V3 | SR635 V3 als kleinstes Rack-Modell |
Zwischen dem ST45 V3 und den Rack-Modellen liegt in der AMD-Reihe kein weiterer Tower. Der Schritt zum SR635 V3 bedeutet deshalb den Wechsel ins Rack: mit redundanten Netzteilen, Hot-Swap-Laufwerken und Fernwartung, aber auch mit dem Bedarf an einem Serverschrank.
FAQ
Welche Lenovo-Server gibt es mit AMD EPYC?
In der ThinkSystem-Reihe sind es aktuell sechs Rack- und Tower-Modelle: SR635 V3 und SR655 V3 mit einem Sockel, SR645 V3 und SR665 V3 mit zwei Sockeln, die GPU-Plattform SR675 V3 und der Tower ST45 V3. Die Rack-Modelle arbeiten mit AMD EPYC 9004 und 9005, der Tower mit EPYC 4004 und 4005. Hinzu kommen Spezialsysteme wie der Multi-Node-Server SD535 V3 und der wassergekühlte SD665 V3.
Was ist der Unterschied zwischen ThinkSystem SR645 V3 und SR665 V3?
Beide haben zwei Sockel, dieselben Prozessoren und bis zu 6 TB Arbeitsspeicher. Der SR645 V3 belegt eine Höheneinheit und nimmt bis zu 12 Laufwerke im 2,5-Zoll-Format oder 16 im Format E1.S, bis zu fünf PCIe-Karten und einfach breite GPUs auf. Der SR665 V3 belegt zwei Höheneinheiten und bietet je nach Konfiguration bis zu 40 Laufwerke, 12 PCIe-Steckplätze oder bis zu drei doppelt breite GPUs. Bei beiden lassen sich die Höchstwerte nicht alle kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen ThinkSystem SR635 V3 und SR655 V3?
Beide sind Ein-Sockel-Server mit bis zu 160 Kernen und 3 TB Arbeitsspeicher. Der SR635 V3 belegt eine Höheneinheit, fasst bis zu 12 Laufwerke im 2,5-Zoll-Format und hat keine 3,5-Zoll-Schächte. Der SR655 V3 belegt zwei Höheneinheiten und nimmt bis zu 40 Laufwerke im 2,5-Zoll-Format oder 20 im 3,5-Zoll-Format, zehn PCIe-Karten und, mit Prozessoren bis 300 W TDP, doppelt breite GPUs auf.
Welche EPYC-Generation unterstützt der ThinkSystem SR665 V3?
Der SR665 V3 arbeitet mit einem oder zwei AMD EPYC der vierten Generation (Serie 9004, bis 128 Kerne je Prozessor) oder der fünften Generation (Serie 9005, bis 160 Kerne je Prozessor). Beide Serien laufen im selben Gehäuse. Arbeitsspeicher mit 6400 MHz ist nur mit der Serie 9005 möglich. Die erste Generation, der SR665 ohne V3, nutzte EPYC 7002 und 7003.
Welcher Lenovo-AMD-Server eignet sich für GPUs und KI?
Für mehrere doppelt breite Grafikbeschleuniger ist der SR675 V3 gebaut: drei Höheneinheiten, zwei Sockel, bis zu acht GPUs. SR655 V3 und SR665 V3 nehmen bis zu drei doppelt breite GPUs auf oder bis zu acht beziehungsweise sieben einfach breite; im SR655 V3 nur mit Prozessoren bis 300 W TDP. Die 1-HE-Modelle SR635 V3 und SR645 V3 unterstützen nur einfach breite Karten bis 75 W, der ST45 V3 unterstützt keine GPUs.
Wo finde ich das Datenblatt zu einem ThinkSystem-Modell?
Lenovo veröffentlicht zu jedem Modell ein Datenblatt und einen Product Guide auf Lenovo Press. Das Datenblatt fasst die Eckdaten auf wenigen Seiten zusammen, der Product Guide listet alle Komponenten und Konfigurationsregeln auf Englisch. Für die AMD-Modelle sind das LP1609 (SR635 V3), LP1607 (SR645 V3), LP1610 (SR655 V3), LP1608 (SR665 V3), LP1611 (SR675 V3) und LP1994 (ST45 V3). Die wichtigsten Werte stehen in der Vergleichstabelle oben.
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